Nachtsichtassistenz im PKW mit Warnfunktion

Filmbeschreibung: Der Moderator, Christian Furrer sitzt im Dunkeln. Ein Camcorder mit Nachsichtfunktion macht ihn sichtbar.


Moderator: Herzlich Willkommen bei Ideen Zünden TV- Ihrem Webkanal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Hier ist es zwar stockfinster, aber mein kleiner Camcorder macht mit seiner Nachtsichtfunktion trotzdem alles sichtbar. Nun wurde ein genauso empfindliches System für das Auto entwickelt. Denn vor allem in der Dunkelheit bergen unübersichtliche Straßen viele Gefahren. Vor allem Autofahrer, die unter blendungs- empfindlichen Augen, Nachtblindheit oder Nachtkurzsichtigkeit leiden, wie viele ältere Menschen, sind nachts nur ungern mit dem Auto unterwegs. Nun wurde durch die Förderung des Ministeriums für Bildung und Forschung mit dem Projekt NIRWARN eine Entwicklung angestoßen, die das Gefahrenpotenzial bei Nachtfahrten erheblich reduzieren wird und sogar Passanten erkennt. Wie genau das funktioniert, schau ich mir heute in Sindelfingen an.

Filmbeschreibung: In einer Computeranimation erscheint eine Energiesparlampe vor einem dunklen Hintergrund, dann folgen unzählige weitere. Gemeinsam bilden sie die Fläche der Bundesrepublik Deutschland ab. Der Schriftzug ,,Ideen Zünden TV - Mit Neugier fängt alles an" erscheint.


Filmbeschreibung: Der Moderator fährt mit einem Auto bei der Daimler AG vor. Dort wartet bereits Herr Dr. Otto Löhlein von der Bild- und Signalverarbeitung der Daimler AG.

Moderator: Ich bin jetzt bei der Daimler AG und bei mir ist Herr Dr. Otto Löhlein, der an dem Projekt NIRWARN beteiligt war. Herr Dr. Löhlein, welches Ziel haben Sie bei der Entwicklung verfolgt?

Herr Dr. Löhlein: Sicherheit ist seit jeher eines der Kernthemen bei der Daimler AG. Wir achten insbesondere darauf, dass unsere Fahrzeuginsassen und andere Verkehrsteilnehmer durch intelligente Assistenzsysteme und Schutzsysteme geschützt werden.

Moderator: Wie funktioniert jetzt das System genau und welche Vorteile ergeben sich daraus für den Autofahrer?

Herr Dr. Löhlein: Das System funktioniert mit Infrarottechnik, um die Sicht bei Nacht und Gegenverkehr zu verbessern. Zwei separate Scheinwerfer beleuchten die Fahrbahn mit unsichtbaren und damit blendfreiem Infrarotlicht. Eine für dieses Licht spezialisierte Kamera an der Frontscheibe des Fahrzeuges nimmt das Geschehen auf und überträgt es auf das Display in der Instrumententafel. Hier erscheint dann ein angenehmes, gestochen scharfes Bild für den Fahrer. Sobald das System Fußgänger kennt, werden diese zusätzlich in der Displayanzeige markiert, sodass der Fahrer sie noch besser wahrnimmt. 

Filmbeschreibung: Während der Erläuterung macht eine Computersimulation den Unterschied zwischen herkömmlichen Licht und dem Nachtsichtassistenten deutlich.


Herr Dr. Löhlein: Unsere Arbeiten waren die Basis für eine Weiterentwicklung in Zusammenarbeit mit Bosch, die zu einem serienreifen Produkt, dem Nachtsichtassistenten Plus geführt hat, die Anfang diesen Jahres in der neuen Mercedes E- Klasse und jetzt auch in der S-Klasse 2009 auf dem Markt eingeführt wurde.

Moderator: Vielen Dank, Herr Dr. Löhlein. Um die technischen Details des Systems jetzt genauer zu verstehen, spreche ich gleich noch einmal mit einem Fachmann der Firma Bosch.

Filmbeschreibung: Der Moderator steht bei Herrn Beutnagel-Buchne, dem Projektleiter NIRWARN bei der Firma Bosch.


Moderator: Herr Beutnagel-Buchner - die Dunkelheit sichtbar machen und Passanten automatisch erkennen, das klingt nach einer großen, technischen Herausforderung.

Herr Beutnagel-Buchner: Als wir mit dem Projekt NIRWARN gestartet haben, gab es zwar schon das herkömmliche Nachtsichtsystem, mit einer reinen Bilddarstellung, aber die Aufgabe war ja nun, bei fünfundzwanzig Bildern pro Sekunde, Passanten oder auch Fußgänger zu erkennen. Das schafft man heutzutage mit herkömmlichen Algorithmen und sehr leistungsfähigen PCs vielleicht relativ locker, aber so etwas in einem Fahrzeugrechner darzustellen, war in der Tat eine sehr große Herausforderung.

Filmbeschreibung: Wir sehen die Aufnahmen eines Fahrzeugdisplays. Mittels des Nachtsichtassistenten ist der Straßenverlauf auch in der Dunkelheit sehr gut zu erkennen. Passanten werden von dem System automatisch erkannt und über Markierung optisch hervorgehoben.


Moderator: Welche technischen Komponenten mussten entwickelt werden?

Herr Beutnagel- Buchner: Auf der einen Seite zum Beispiel der Nah-Infrarotscheinwerfer, der leistungsoptimiert wurde. Das war auf der anderen Seite aber auch die CMOS-Kamera, für die wir einen neuen hochempfindlichen, hochauflösenden CMOS-Imager-Chip entwickelt haben. Zusätzlich haben wir auch eine neue kostengünstigere Optik entwickelt. Auf der anderen Seite gab es aber auch neue Komponenten zu entwickeln und das waren dann im Wesentlichen die Software-Algorithmen für die Fußgänger. 
 
Filmbeschreibung: Der Moderator sitzt wieder in seinem Auto.
Moderator: Die Ergebnisse aus NIRWARN werden dazu beitragen die Zahl der Unfälle bei Nacht zu reduzieren. Das Nachtsichtsystem warnt den Fahrer bei Nachtfahrten vor Hindernissen auf seiner Fahrbahn und in benachbarten Bereichen, die selbst mit Fernlicht schwer zu erkennen wären. Hierdurch gewinnt der Fahrer wertvolle Zeit, um Brems- oder Ausweichmanöver durchzuführen. Das war Ideen Zünden TV. Forschung lohnt sich für uns alle. Bis zum nächsten Mal.