Unwetterwarnung aufs Handy

Filmbeschreibung: Der Moderator Christian Furrer betritt völlig durchnässt und mit einem zerfetzen Regenschirm in der Hand die Wohnung und wendet sich an den Zuschauer.


Moderator: Herzlich willkommen bei Ideen Zünden TV, Ihrem Webkanal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Wäre ich rechtzeitig vor diesem Unwetter gewarnt worden, hätte ich heute das Haus bestimmt nicht verlassen. Um frühzeitige und ortsgenaue Warnungen sowie eine verbesserte Gefahrenabwehr bei Extremwetter zu ermöglichen und somit die allgemeine Sicherheit der Bevölkerung zu erhöhen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Projekt "SAFE".

Filmbeschreibung: In einer Computeranimation erscheint eine Energiesparlampe vor einem dunklen Hintergrund, dann folgen unzählige weitere. Gemeinsam bilden sie die Fläche der Bundesrepublik Deutschland ab. Der Schriftzug "Ideen Zünden TV - Mit Neugier fängt alles an" erscheint.


Filmbeschreibung: Der Moderator befindet sich in der Leitstelle der Feuerwehr Mering.
Moderator: Ich bin heute in Mering, wo eine Pilotstudie des Projektes "SAFE" durchgeführt wird und ich spreche mit Herrn Ulrich Meissen vom Fraunhofer Institut für Software- und Systemtechnik, das die Projektleitung übernommen hat. Herr Meissen, wie funktioniert "SAFE" und was hat es damit auf sich?

Herr Meissen: Das Besondere an "SAFE" ist, dass wir lokal genauer prognostizieren können und die Informationen dann sehr direkt an die Betroffenen weiterleiten können. Das ist bisher das große Problem von Frühwarnsystemen beziehungsweise bei Unwetterwarnungen. Wir müssen wissen, was genau vor Ort vor sich geht. Das geschieht bei "SAFE" so, dass wir ein lokales Sensornetzwerk aufgebaut haben und Radardaten, Satellitendaten in der klassischen Prognose nochmal mit lokalen Prognosen verbunden werden, d. h. wir schauen, was passiert tatsächlich am Boden. Entscheidend ist dann aber auch, dass wir die Informationen, die daraus entstehen, über eine informationslogistische Plattform an die Betroffenen direkt weiterverteilen können. Entscheidend ist dabei, dass wir unterschiedliche Medien versorgen können, über verschiedenste Systeme - klassisch E-Mail, SMS etc. - aber auch Einblendungen im Fernsehprogramm, direkte Gebäudesteuerung, das automatische Schließen von Fenstern und vieles mehr. Es werden also verschiedene Kanäle bedient und dabei werden die Informationen so aufbereitet, dass man sie auch verstehen kann. D. h. textuell werden einfache Sätze gewählt, es wird ein einfaches Farbsystem gewählt, das auf Karten anzeigt, wie hoch die Gefahr eigentlich ist. Ist das jetzt orange, rot oder violett. Was muss ich dann für entsprechende Handlungen durchführen? Und das alles geschieht über diese informationslogistische Plattform, die dann dafür sorgt, dass die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt an den Ort kommt.  

Filmbeschreibung: Während der Erläuterung sind Bilder von Sensoren sowie von Landkarten, auf dem PC-Bildschirm und dem Handy, zu sehen, auf denen gefährdete Regionen durch unterschiedliche Farben markiert sind.


Moderator: Welche Vorteile bietet "SAFE" denn aus ihrer Erfahrung jetzt für die Bevölkerung?

Herr Meissner: Der Vorteil besteht darin, und da gibt es ein sehr schönes Beispiel, wenn Sie klassische Warnungen über Funk und Fernsehen sehen, dann hören Sie beispielsweise "im Süden von Bayern ist die Gefahr von Unwettern relativ groß" und dann wird irgendwann irgendwo eventuell etwas passieren. Das Problem ist, dass die Bevölkerung denkt "das trifft auf mich gar nicht zu, da es bei mir wahrscheinlich nicht zum Unwetter kommen wird". "SAFE" ergänzt diese Warnungen, indem wir kurzfristig lokal die Leute noch einmal darüber informieren können, - etwa 40 bis 10 Minuten vorher - dass und wo es bald ein schweres Unwetterereignis geben wird. Und es trifft dann eben zu über 90 Prozent zu, dass es tatsächlich dort auch zu einem schweren Ereignis kommt. Und dann kann die Bevölkerung in dieser kurzen Zeit immer noch handeln - man kann die Kinder reinholen, man kann die Fenster schließen. Kleine Handlungen, die helfen, Schäden zu vermeiden und einem auch eine gewisse Sicherheit geben vor solchen Unwettern.

Filmbeschreibung: Während des Interviews sind Gewitterwolken, überflutete Straßen und ein ausrückendes Feuerwehrauto zu sehen. Darüber hinaus sieht man, wie ein Feuerwehrmann in der Leitstelle über Funk Informationen weitergibt.


Filmbeschreibung: Der Moderator befindet sich nun draußen und da es regnet, hält er einen Regenschirm in der Hand.
 
Moderator: Dank der Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist es also in Zukunft möglich, Unwetter genauer vorherzusagen und somit Bürger und Rettungskräfte schneller zu warnen. Außerdem können gezielte Maßnahmen zur Gefahrenabwehr selbstständig eingeleitet werden. Somit werden kostenintensive Folgeschäden minimiert und die allgemeine Sicherheit erhöht. Das war Ideen Zünden TV. Forschung lohnt sich für uns alle. Bis zum nächsten Mal