
Moderatorin (Christiane Junker): Damit Innovationen gelingen und zu einem wichtigen Motor unseres Landes werden, müssen Wissenschaft und Wirtschaft eng zusammenarbeiten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat deshalb den Spitzencluster-Wettbewerb auf den Weg gebracht. Die leistungsfähigsten Partnerschaften aus Wissenschaft, Wirtschaft und weiteren Akteuren einer Region werden gefördert und auf dem Weg in die internationale Spitzengruppe unterstützt.
Moderatorin: Der Luftfahrt-Cluster in der Metropolregion Hamburg gehört mit 36.000 Beschäftigten zu den drei größten Standorten der zivilen Luftfahrtindustrie weltweit. Mit seiner Strategie vom neuen Fliegen will man die Luftfahrt ökonomischer, ökologischer, komfortabler und flexibler machen. Dazu hat man extra ein Zentrum für angewandte Luftfahrtforschung, kurz ZAL, gegründet. Im Spitzenclusterwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung konnte sich diese Kooperation aus Unternehmen der Luftfahrt, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der Hansestadt durchsetzen.
Moderatorin: Eines der Leuchtturm-Projekte ist die Flugzeugkabine. Passagiere möchten sich wohlfühlen, entspannen oder arbeiten. Die Innenausstattung soll aber auch funktionell und leicht sein. Das fliegende Wohnzimmer der Zukunft - cabin design - made in Hamburg. Der Luftfahrtcluster will damit unter anderem seine Vision vom neuen Fliegen verwirklichen.
Andreas Richter, Clustermanagement (Freie Hansestadt Hamburg, Behörde für Wirtschaft und Arbeit): Wir wollen damit die Megatrends wie Klima, Effizienz, Ressourcenschonung adressieren und wir konzentrieren uns dabei eben auf die vier Felder, die Produktwelten, die wir hier aus Hamburg beliefern können: Flugzeugsysteme, Kabine, Maintenance, Repair and Overhaul und Lufttransportsystem. Das sind sozusagen die vier großen Bereiche auf die wir uns konzentrieren und wo wir die Innovationen entsprechend hervorbringen wollen, die Antworten sozusagen auf die Herausforderungen der Zukunft.
Moderatorin: Neben den Kabinensystemen wird anwendungsbezogen auf vielen Gebieten geforscht, zum Beispiel Flugzeuge geräuscharmer und effizienter zu machen. Die Erforschung der Wasserstoff- bzw. Brennstoffzellentechnologie sollen dazu dienen, den Treibstoffverbrauch und damit den Ausstoß von CO2 zu senken.
Dr. Andreas Vahl (Geschäftsführer Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung GmbH): Die Partner des Luftfahrt-Spitzenclusters werden ihre Kompetenzen auf der Forschung- und Technologieplattform des Zentrums für Angewandte Luftfahrtforschung zusammenführen und dadurch einen deutlichen Mehrwert im Cluster generieren. Wir werden im Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung Forschungsinfrastrukturen zur Verfügung stellen und ein gemeinsames anwendungsorientiertes Forschen unter einem Dach ermöglichen. Ein Beispiel dafür ist die Brennstoffzellentechnologie zur CO2-Freien, effizienten elektrischen Energieversorgung von Bord und Kabinensystemen, gefördert durch Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Spitzenclusterwettbewerbs. Ich denke, dass wir mit dem ZAL gemeinsam im Cluster ein Stück Zukunft aktiv gestalten werden.
Moderatorin: Seit der Gründung des Clusters sind bereits 8000 technologieorientierte Arbeitsplätze entstanden und die Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wird dazu beitragen, dass hier noch weitere entstehen. Fach- und Spitzenkräfte werden an Hamburgs Hochschulen ausgebildet, die mittlerweile 26 Professuren im Bereich Luftfahrttechnik und Flugzeugbau haben. Außerdem wird in Hamburg das Zentrum für angewandte Luftfahrtforschung gebaut - weltweit einzigartig. Neben Airbus und Lufthansa profitieren auch die rund 300 mittelständischen Firmen davon.
Uwe Gröning, Sprecher Hanse-Aerospace e.V.: Wir haben hier die Chance, in Norddeutschland mit diesem ganzheitlichen Ansatz, mit den Unternehmen, mit den Universitäten, mit den Großbetrieben hier auch für langfristige Arbeitsplatzsicherung zu sorgen für eine anwendungsorientierte und den Luftfahrzeugbau voranzubringen, und das ist hier gegeben. Wir können Flugzeugbau, Luftfahrzeugbau, Flugsicherheit all das hier komplett abbilden - und das genau ist der Vorteil.
Moderatorin: Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftfahrtindustrie sichern, dazu trägt die Förderung des Bundesministerium für Bildung und Forschung bei. Denn dadurch wird die Innovationskraft des Luftfahrtclusters gestärkt und neue Arbeitsplätze werden geschaffen.