Geothermie verfügt über große Potenziale als erneuerbare Energiequelle - wird jedoch in Deutschland bisher kaum genutzt. Hier kommt das Innovationsforum "Oberflächennahe Geothermie" ins Spiel. Ziel des Forums: Die Akzeptanz der Erdwärme als Energiequelle zu erhöhen und neue Verfahren zu ihrer Erschließung entwickeln.
Geothermie ist die in der Erdkruste gespeicherte Wärme. Sie kann der Erde entzogen und zur Erzeugung von Wärme oder Strom genutzt werden. Bei günstigen Voraussetzungen kann theoretisch jedes Haus mit Hilfe von Geothermie beheizt werden. Im Vergleich zu anderen regenerativen Energien, wie z.B. Windkraft oder Photovoltaik, hat die Geothermie darüber hinaus den Vorteil, dass sie permanent zur Verfügung steht.
In Deutschland deckt Geothermie dennoch nur einen Bruchteil des Primärenergieverbrauchs. Gehemmt wird der Einsatz der oberflächennahen Geothermie bisher dadurch, dass die Investitionskosten höher sind als bei herkömmlichen Heizungen, dass die Effizienz der Anlagen noch ausbaufähig ist und dass es kaum Konzepte zur Integration von Geothermie-Anlagen in die Sanierung älterer Häuser gibt.
Diese Hürden will das Innovationsforum "Erhöhung der Nutzungspotenziale der oberflächennahen Geothermie", initiiert vom Forschungsinstitut für Tief- und Rohrleitungsbau (FITR) Weimar e.V., verringern. Dafür setzt es auf eine enge Zusammenarbeit u.a. von Geowissenschaftlern, Planern, Architekten, Bohrfirmen sowie Heizungstechnikern.
Um langfristig ein Forum für diese Zusammenarbeit und den Austausch der ganz unterschiedlichen Beteiligten zu schaffen, wurde bereits auf der Auftaktveranstaltung zum Innovationsforum der "Erdwärme Thüringen e.V." ins Leben gerufen. In verschiedenen Arbeitsgruppen, die inzwischen in einem Arbeitskreis Geothermie zusammengefasst wurden, wird dort an Forschungs- und Entwicklungsprojekten gearbeitet und versucht, die oberflächennahe Geothermie populärer zu machen.
Mit Erfolg: Rund 30 Mitglieder zählt der Verein und es werden jedes Jahr mehr - die Anfragen von Interessenten kommen mittlerweile auch aus Hessen, Sachsen und Berlin. Mitglieder und Interessierte treffen sich regelmäßig, um aktuelle Fragen der Nutzung der oberflächennahen Geothermie zu diskutieren. Und auch für immer mehr Privatleute, die sich zu diesem Thema informieren wollen, ist der Verein inzwischen Anlaufstelle geworden.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Erneuerbare Energien in Zahlen; Dezember 2009.