Der Klimawandel reduziert die Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung. Daher muss als Konsequenz die Produktivität der landwirtschaftlichen Urproduktion gesteigert werden. Die Hightech-Strategie leistet mit Hilfe von Forschung und Innovation im Innovationsfeld Pflanze dazu einen wesentlichen Beitrag.
Durch das Bevölkerungswachstum, die Änderung der Ernährungsgewohnheiten und den Klimawandel bei einer begrenzten landwirtschaftlich nutzbaren Fläche entwickelt sich die Versorgung mit Nahrungs- und Futtermitteln zunehmend zu einer globalen Herausforderung. Daher sind massive Produktivitätssteigerungen von der landwirtschaftlichen Urproduktion über die Lebensmittelindustrie bis hin zum Handel notwendig. Die Hightech-Strategie leistet mit Hilfe von Forschung und Innovation im Innovationsfeld Pflanze einen wesentlichen Beitrag, um die Ernährung ausreichend sicherzustellen. Zusätzlich soll der zunehmende Konflikt zwischen der Biomassenutzung zur Nahrungsmittelherstellung und zur Bioenergieproduktion geklärt werden. Gemeinsam mit den Ländern und dem BMELV hat das BMBF den Wettbewerb "Kompetenznetze in der Agrar- und Ernährungsforschung" [http://www.bmbf.de/de/11963.php] zur Bündelung der besten agrarwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen Deutschlands gestartet. Ziel ist es, eine international wettbewerbsfähige, exzellente Infrastruktur in der Agrarforschung aufzubauen und die so generierten Forschungsergebnisse schnell in die Praxis zu überführen.
Mit dem Programm zur Innovationsförderung unterstützt das BMELV [ http://www.bmelv.de/SharedDocs/Downloads/Broschueren/Innovationsfoerderung.html] neue Technologien und Verfahren im Bereich der Agrar- und Ernährungswirtschaft, aber auch zur Verbesserung des Verbraucherschutzes. Drahtlose Kommunikationssysteme für Landmaschinen, Unkrauterkennung zur gezielten Steuerung des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln, Züchtungsforschung für Kulturpflanzen und Nutztiere sind nur einige Beispiele für eine Verbesserung der Nachhaltigkeit und die ressourcenschonende Steigerung der Produktivität.
In Leuna in Sachsen-Anhalt entsteht ein modernes Bioraffinerie-Forschungszentrum[http://www.bmbf.de/de/6164.php]. Das Forschungszentrum soll alle Teile verschiedener Pflanzen - insbesondere solche, die nicht in der Nahrungskette gebraucht werden - für die Produktion von Chemikalien, Kraftstoffen, Strom und Wärme nutzen. Dadurch werden neue Wege für den Klimaschutz und die Ressourceneffizienz eröffnet. Das BMBF unterstützt den Aufbau dieses Bioraffinerie-Forschungszentrums zusammen mit der Landesregierung Sachsen-Anhalt, dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und dem Bundesministerium für Umwelt (BMU).
Die verschiedenen Partner tragen insgesamt 50 Millionen Euro bei. Die Grundsteinlegung für das CBP fand im Dezember 2010 statt.
Weitere Brückenprojekte sind auf dem Gebiet der mikrobiellen Genomforschung entstanden, sprich bei der Erbgutforschung im Bereich von Mikroorganismen. Der "Industrieverbund Mikrobielle Genomforschung" (IMG) beteiligt sich heute an Vorhaben, die von der öffentlichen Hand gefördert werden. Namhafte Unternehmen der chemischen Industrie, der Pharma- und der Ernährungsindustrie arbeiten auf diese Weise enger mit öffentlichen Institutionen zusammen. Das Ziel lautet, bis 2020 den Einsatz von Mikroorganismen in technischen Prozessen zu steigern und weitere Produkte aus Mikroorganismen mit neuen Eigenschaften zu entwickeln.