Die Bundesregierung hat beschlossen, Bildung und Forschung trotz schwieriger finanzieller Bedingungen durch zusätzliche Mittel zu fördern. In dieser Legislaturperiode stellt sie hierfür 12 Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung. Damit hat sie die Erfordernisse gezielter Wachstumsimpulse einerseits und einer notwendigen Haushaltskonsolidierung andererseits miteinander in Einklang gebracht. Sie folgt damit dem Ratschlag der Wirtschaftsweisen, die eine qualitative Haushaltssa-nierung in diesem Sinne empfohlen hatten.
Um bestehende Wachstumspotenziale zu heben und neue Perspektiven für die deutsche Wirtschaft zu eröffnen, ist diese beispiellose Investition in die Zukunftsfähigkeit Deutschlands von höchster Bedeutung. Denn in unserem Land ist schon heute der Anteil der Produkte und Dienstleistungen an der Wertschöpfung, die auf Forschung basieren, so hoch wie in keinem anderen Industrieland. Der Export von Technologiegütern trägt ein Fünftel der Wirtschaftsleistung in unserem Land.
Den strategischen Rahmen, um auf gesellschaftlich und wirtschaftlich wichtigen Schwerpunktfeldern Innovationen von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen zu ermöglichen, setzt die Bundesregierung mit der Hightech-Strategie (HTS). Sie ist als zentrales Instrument zur strategischen Abstimmung der nationalen Innovationspolitik konzipiert. Konzeption und Umsetzung der HTS sind vom gemeinsamen Willen der gesamten Bundesregierung getragen, Forschung und Innovation ins Zentrum der politischen Agenda zu rücken. Die HTS wird sich in ihrer künftigen Konkretisierung auf alle Ressorts stützen. Insbesondere die Zukunftsprojekte werden über Ressortgrenzen hinweg ausgestaltet und umgesetzt.
Ziel der HTS ist es, Leitmärkte zu schaffen, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu vertiefen und die Rahmenbedingungen für Innovationen weiter zu verbessern.
Missionsorientierter Ansatz: Zukunftsprojekte
Es ist ein Kernanliegen der neuen Hightech-Strategie, die Forschungs- und Innovationspolitik auf zentrale Missionen auszurichten. Dazu wird die Bundesregierung "Zukunftsprojekte" definieren, die zentrale Herausforderungen auf den einzelnen Bedarfsfeldern beispielhaft in den Blick nehmen. Diese Zukunftsprojekte verfolgen konkrete Ziele wissenschaftlicher und technologischer Entwick-lungen über einen Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren. Sie formulieren Innovationsstrategien zur deren Realisierung und sind Grundlagen für konkrete Roadmaps. Beispiele für prioritäre Themenfelder sind:
Hightech-Strategie nach Europa tragen
Die Bundesregierung will den erfolgreichen Ansatz der Hightech-Strategie nach Europa tragen. Es geht darum, gemeinsam kohärente innovationspolitische Ansätze in Europa zu gestalten. Der Mehrwert einer europäischen Innovationsstrategie liegt in erster Linie darin, mit Hilfe übergreifender innovationspolitischer Maßnahmen zur Realisierung europäischer Ziele beizutragen und die Bedarfsfelder Klima/Energie, Gesundheit/Ernährung, Mobilität, Sicherheit und Kommunikation auf europäischer Ebene zu etablieren.
Querschnittsthemen / Rahmenbedingungen
Für weitreichende Investitionsentscheidungen brauchen Unternehmen ein günstiges Innovations-klima und Planungssicherheit. Beide hängen von vielen politischen Einzelmaßnahmen ab. Ziel der Bundesregierung ist es, bestehende gesetzliche und außergesetzliche Regularien auf ihre Innovationsfreundlichkeit hin zu überprüfen. Neue Initiativen sollen so gestaltet werden, dass sie genügend Raum und Anreize für Invention und Innovation geben und die Innovationsfähigkeit von Unternehmen befördern.
Vom Wissen zum Produkt
Innovationen können nur gelingen, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse schnell und effizient wirtschaftlich verwertet werden. Die Bundesregierung wird Wissenschaft und Wirtschaft noch enger miteinander verzahnen. Sie wird eine neue Maßnahme zur Validierungsförderung starten, die das Potenzial von Ergebnissen der akademischen Forschung für eine wirtschaftliche Verwertung besser ausschöpfen soll. Geplant ist darüber hinaus die Entwicklung eines Förderinstruments zu neuen "Campusmodellen". Ziel ist es, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mittel- bis langfristig mit der Wirtschaft zur Kooperation an einem Ort zusammenzuführen.
Dialog über Innovationen
Forschung und Innovationen brauchen den Dialog mit der Gesellschaft und der konkreten Arbeits-welt. Deshalb werden im Rahmen der Hightech-Strategie neue Dialogplattformen eingerichtet, auf denen Bürgerinnen und Bürger Zukunftstechnologien und Forschungsergebnisse zur Lösung der großen globalen und gesellschaftlichen Herausforderungen intensiver diskutieren können.
Zukunftsthemen
Die gezielte Vorbereitung auf zukünftige Entwicklungen verlangt Orientierungswissen. Im Foresight-Prozess, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung im September 2007 initiiert hat, werden neue thematische Optionen für die Zukunft untersucht und neue Horizonte für Tendenzen in Forschung und Entwicklung mit einer Perspektive von mehr als zehn Jahren eröffnet.
Forschungsunion
Die Forschungsunion begleitet als Expertengremium die Umsetzung der HTS. In der Forschungs-union arbeiten alle Ressorts der Bundesregierung mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Sie leistet so einen direkten Beitrag, die strategischen Ziele der HTS in die konkrete Förderung innovationsorientierter Forschung und Ausgestaltung der Rahmen-bedingungen umzusetzen.
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(URL: http://www.hightech-strategie.de/_media/Graphiken_zur_HTS_2020.pdf)
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(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)