Umwelttechnologien: Nachhaltiges Wirtschaften ist Innovationsmotor
Schon heute ist Deutschland in den Umwelttechnologien führend. Für nachhaltiges Wirtschaften stehen innovative Konzepte, z. B. aus dem Bauwesen: Die Forschung arbeitet beispielsweise an energieeffizienten Niedrigenergiehäusern oder der Optimierung von Recycling-Maßnahmen.
Nachhaltigkeit hat sich zu einem bedeutenden Wettbewerbsfaktor in der Wirtschaft entwickelt. Deutschland hat in diesem Bereich exzellente Voraussetzungen und Möglichkeiten, Technologien und Dienstleistungen für den Weltmarkt zu entwickeln und zu vermarkten. Dies bestätigt die Expertenkommission Forschung und Innovation auch in ihrem zweiten Gutachten.
Schon heute ist Deutschland in den Umwelttechnologien führend, und diese Position soll weiter gefestigt und ausgebaut werden. In Umsetzung der Hightech-Strategie hat die Bundesregierung deshalb im November 2008 den
Masterplan Umwelttechnologie verabschiedet. BMU und BMBF haben gemeinsam die Initiative dieser ineinandergreifenden Umwelt- und Innovationspolitik angestoßen. Ziel ist es, Zukunftsmärkte in drei besonders zukunftsträchtigen Feldern besser zu erschließen und die Rahmenbedingungen für Innovationen weiter zu verbessern. In einem ersten Schritt konzentriert sich der Masterplan auf die Bereiche Wasser, Rohstoffe und Klimaschutz (einschließlich erneuerbare Energien). In einer zweiten Phase werden weitere Aktivitäten ergänzt und gemeinsam durch die Ressorts der Bundesregierung weiterentwickelt. Grundlagen liefern der BMBF-Foresight-Prozess und insbesondere die Ergebnisse der Technologievorschau "Roadmap Umwelttechnologien 2020" des Forschungszentrums Karlsruhe. Der "State-of-the-art-Report" der Roadmap belegt hohe Innovationspotenziale u. a. für Ressourceneffizienz. Im Jahr 2009 wird die Roadmap fertig gestellt, daraus lassen sich Optionen ableiten, die im Einklang mit der Förderpolitik stehen. Ein erster sichtbarer Erfolg des Umwelttechnik-Masterplans ist die Plattform "German Water Partnership" (GWP). BMBF und BMU initiierten gemeinsam, dass die verschiedenen Akteure aus Forschung, Unternehmen und Verbänden zusammengeführt werden. Durch einen gemeinsamen, konzentrierten Auftritt soll die deutsche Wirtschaft in diesem Exportmarkt nachhaltig gefördert werden.
Projektbeispiel
Dass sich langjähriges Engagement, Verlässlichkeit und eine solide Partnerschaft im Ausland auszahlt, davon konnte die "German Water Partnership" bereits jetzt profitieren: Ein Auftrag für die Planung einer Klärschlammverbrennungsanlage in der Millionenmetropole Shanghai wurde kürzlich an ein Konsortium unter Beteiligung des GWP-Mitgliedsunternehmens CONSULAQUA Hamburg vergeben. Bei der Vergabe spielte neben der Expertise auch das Vertrauen in die deutschen Partner eine Rolle. Das Konsortium wurden innerhalb des BMBF-Projektes "Erforschung der Schlammbehandlungs- und -Beseitigungstechnologie auf den Klärwerken in Shanghai/China" durch die Projektpartner der TU Darmstadt aufgebaut, erste Kontakte wurden in China angebahnt. Im Rahmen der deutsch-chinesischen wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit konnte dieses sukzessiv ausgebaut werden. German Water Partnership ist daran interessiert, die Kontakte und Netzwerke der einzelnen Akteure der GWP gemeinsam zu nutzen und Informationen sowie Erfahrungen auszutauschen Dadurch werden Ressourcen und Aktivitäten der deutschen Wasserwirtschaft gebündelt und die deutsche Expertise auf dem Wassersektor weltweit bekannt gemacht.
www.germanwaterpartnership.de
Klimazwei
Die Maßnahme "klimazwei - Forschung für den Klimaschutz und Schutz vor Klimawirkungen" des BMBF stellt eine bessere Praxisorientierung durch eine enge Verbindung der Grundlagenforschung zum Klimasystem und zur Atmosphäre mit anwendungsorientierten Aspekten her. Dabei geht es vor allem um die Verminderung der Treibhausgas-Emissionen, die Entwicklung von detaillierten Klimamodellen, sowie um Handlungsstrategien, wie auf das veränderte Klima und auf Wetterextreme reagiert werden kann. www.klimazwei.de
Kliwas
Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Wasserstraßen und die Schifffahrt aus. Diese möglichen Auswirkungen wie der Anstieg des Meeresspiegels oder Änderungen der Flussgebiete ergründet das Forschungsprogramm "KLIWAS - Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserstraßen und Schifffahrt in Deutschland und Entwicklung von Anpassungsstrategien" des BMVBS. Der Verbund der Ressortforschungsinstitutionen bearbeitet die wissenschaftlichen Grundlagen des veränderten Klimas und seiner Folgen und entwickelt neue Lösungsstrategien. Damit soll die Leistungsfähigkeit des umweltfreundlichen Verkehrsträgers "Wasserstraße" auch in Zukunft sichergestellt werden. Die Ergebnisse werden auch für andere Veränderungen an Gewässern von Bedeutung sein.
www.kliwas.de
Saubere Energie: Mit intelligenten Kraftwerkstechnologien CO2-Emissionen senken
Die CO2-arme Pilotanlage am Kraftwerk Schwarze Pumpe in der Lausitz:
Intelligente Kraftwerkstechnologien leisten einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen, ohne gleichzeitig die fossile Energieerzeugung einzuschränken. Das Ziel des Projekts Innovative Kraftwerkstechnologien ist es, ein klares und zugleich wirtschaftliches Gesamtkonzept eines modernen Braunkohlekraftwerksblocks zu entwerfen. Zu diesem Zweck wird an der TU Cottbus zusammen mit Partnern aus der Wirtschaft an unterschiedlichen Einzelvorhaben geforscht. So werden nicht nur Technologien zur Senkung der CO2-Emissionen entwickelt, sondern auch neuartige Filter, Methoden zur Trocknung von Braunkohle sowie Prozesse zur langfristigen Instandhaltung der Kraftwerke.
Zukunft Bau
Ein nachhaltiges Wirtschaften ist vor allem im Gebäudebereich künftig von außerordentlicher Bedeutung. Die Forschungsinitiative
"Zukunft Bau" des BMVBS will die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Bauwesens im europäischen Binnenmarkt stärken. Insbesondere soll der Wissensgewinn in den Bereichen technischer, baukultureller und organisatorischer Innovationen gefördert werden. Ziel ist es, wissenschaftlich-technische Entwicklungen im Niedrigenergiehaussektor bis hin zum "Plus-Energie-Haus" zu verbinden. Das kann durch eine bessere Rohstoffproduktivität, beispielsweise durch ressourceneffiziente Entsorgung/Recycling, sowie stärkerem Einsatz von Recyclingmaterial gelingen. Die Forschungsinitiative "Zukunft Bau" entwickelt in diesem Sinne auch das Regelwerk im Bauwesen weiter und führt dadurch Hochtechnologien in die Baupraxis ein.
"Climate Service Center"
Mit dem "Climate Service Center" wurde am 1. Januar 2009 am GKSS-Forschungszentrum Geesthacht eine neue Informations- und Beratungsplattform für Politiker, Entscheidungsträger und Investoren eingerichtet. Das Center schließt die Lücke zwischen der Klimasystemforschung und den Nutzern der Klimadaten, in dem es verlässliche Informationen über den gegenwärtigen Zustand des Klimas und seine künftige Entwicklung effizient bündelt, evaluiert und bedarfsgerecht bereitstellt. Im Dienstleistungszentrum CSC wird ein Netzwerk von Forschungsinstitutionen, Klimaberatungseinrichtungen und der Wirtschaft geschaffen, das auf eine enge Zusammenarbeit von Nutzern und Wissenschaftlern, eine klare Orientierung entlang der Nachfrage und bedarfsgerechte Produkte setzt. Hierzu zählt zum Beispiel die routinemäßige Erstellung von globalen und regionalen Klimaszenarien und -vorhersagen.
Institute for Advanced Sustainability Studies/IASS
Die Bundesregierung unterstützt das Land Brandenburg beim Aufbau eines interdisziplinär ausgerichteten Spitzeninstituts in Potsdam. Es forscht in den Themenbereichen Klima, Erdsystem und Nachhaltigkeit. Diese Maßnahme beruht auf der Empfehlungen des Potsdamer Nobelpreisträger-Symposiums "Global Sustainability - a Nobel Cause" und den Ergebnissen des Klimagipfels, die in die Hightech-Strategie eingeflossen sind. Gründungsdirektor ist Prof. Klaus Töpfer. Bis zu 50 Gastwissenschaftler (Fellows), von der vielversprechenden Nachwuchsforscherin bis zum Nobelpreisträger, werden dort für eine befristete Zeit zu einem frei gewählten Thema forschen können. Das Institut (IASS als Arbeitsname) schlägt Brücken zwischen Wissenschaft und Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Es soll die gesellschaftliche Verständigung über Möglichkeiten und notwendige Maßnahmen zur Bewältigung weltweiter Veränderungsprozesse voranbringen. Ab 2016 übernehmen der Bund und das Land Brandenburg unter der Voraussetzung einer positiven Evaluation die dauerhafte Finanzierung des Instituts.
Projektbeispiel
Buche und Eiche statt Tropenhölzer
Lassen sich Teak und Mahagoni durch einheimische Hölzer gleichwertig ersetzen? Ja, antworten die Wissenschaftler aus dem Förderschwerpunkt "Nachhaltige Waldwirtschaft" des BMBF. Das Verfahren, das in Göttingen vom Verbund "Buchenholzmodifizierung" und im Projekt "OakChain" von der Holzindustrie Templin GmbH genutzt wird, heißt Holzmodifizierung. Die ablaufenden Prozesse sind jedoch unterschiedlich: Die einen verändern die Eigenschaften von Buchenholz auf zellulärer Ebene durch Imprägnierung und Vernetzung; die anderen beeinflussen über eine Thermokammer die Zusammensetzung von Eichenholz. Im Ergebnis weisen beide Holzarten die Vorteile von Tropenholz auf: Haltbarkeit, Stabilität, Resistenz gegen Fäulnis und Witterungsbeständigkeit. So lassen sich nach der ökologisch unbedenklichen Modifizierung Skateboards und Saunastühle, Gartenmöbel und Holzterrassen herstellen. Es ist gelungen, das Tropenholz adäquat durch heimische Laubhölzer zu ersetzen. Zusätzlich lässt sich das CO2 für längere Zeit in Form von hochwertigen Produkten zum Schutze des Klimas binden.
Herausragende Initiativen
Deutsche Umwelttechnologien nutzen ihre Chancen - herausragende Förderinitiativen
Weitere Themen
Die Bundesregierung orientiert ihre Hightech-Strategie an den großen globalen Herausforderungen wie der wichtigen Frage des Klima- und Ressourcenschutzes. Bundesumwelt- und Bundesforschungsministerium haben im "Masterplan Umwelttechnologien" gemeinsam die Initiative ergriffen, die führende Rolle Deutschlands in Umwelttechnologien weiter zu festigen. Denn deutsche Unternehmen verfügen bereits jetzt über eine Spitzenposition auf dem Weltmarkt. Im Jahr 2006 wurden aus Deutschland Umweltschutzgüter im Wert von 56 Milliarden Euro ins Ausland geliefert - das entspricht einem Welthandelsanteil von 16 Prozent.
mehr (URL: http://www.hightech-strategie.de/de/666.php)
Die Bundesregierung hat auf den Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) reagiert und kurz nach seinem Erscheinen den Klima-Forschungsgipfel im Mai 2007 einberufen. Hochrangige Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik haben dort eine nationale Klimaforschungsstrategie vereinbart. Sie stellt die Weichen dafür, dass die deutschen Umwelttechnologien ihre wirtschaftlichen Chancen in diesem Zusammenhang nutzen. Das BMBF stärkt die Aktivitäten auf dem Gebiet der Klimaforschung mit einem dreijährigen Aktionsprogramm, für das die Bundesregierung insgesamt 255 Millionen Euro zur Verfügung stellt.
mehr (URL: http://www.deklim.de/seiten/default.htm)
Die Initiativen im Einzelnen
Gezielte Forschung für Klimaschutz und Ressourcenerhalt - Förderprogramme im Einzelnen
Weitere Themen
Im Förderprogramm "klimazwei - Forschung für den Klimaschutz und Schutz vor Klimawirkungen" sollen sowohl Klimaschutztechnologien vorangebracht als auch die Klimafolgenforschung gestärkt werden, um Hochwasserkatastrophen oder extreme Frühsommertrockenheit besser zu bewältigen. Dafür stehen in den kommenden drei Jahren 35 Mio. Euro bereit. Der Kampf gegen die Folgen extremer Wetterereignisse von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wird im Regionalwettbewerb KLIMZUG "Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten" gefördert. Für die Entwicklung neuer Technologien und den Austausch mit Partnerregionen stellt das BMBF 75 Mio. Euro zur Verfügung
mehr (URL: http://www.klimazwei.de/)
Zur Steigerung der Ressourcenproduktivität wird ein neues Forschungsförderprogramm aufgelegt.
mehr (URL: http://www.bmu.de/pressemitteilungen/pressemitteilungen_ab_22112005/pm/38848.php)
BMBF und BMZ fördern gemeinsam das in Bonn angesiedelte UN-Programm "UN-Water Decade Programme on Capacity Development" (UNW-DPC), das im Sommer 2007 unter Abstimmung aller Ressorts seine Arbeit aufgenommen hat. Ziel ist die Entwicklung geistiger Kapazitäten und des Wissenstransfers innovativer Technologien sowie der Effektivitätssteigerung von Governance- und Entwicklungsaktivitäten insbesondere in Entwicklungs ländern. Auf dieser Basis streben das BMBF und das BMU in Abstimmung mit anderen Ressorts sowie unter Mitwirkung von Wirtschaft, Behörden und Wasserverbänden den Aufbau einer Deutschen Innovationsplattform Wasser an.
mehr (URL: http://www.unwater.unu.edu/)
Die Fördermaßnahme "BIONA - Bionische Innovationen für nachhaltige Produkte und Technologien", die auf die Weiterentwicklung bionischer Ansätze in Richtung wettbewerbsfähiger Produkte gerichtet ist, hat sich erfolgreich entwickelt. Von den im Februar 2007 eingereichten 66 Projekten werden künftig zwölf mit einem Gesamtfördervolumen von 10,5 Mio. Euro unterstützt.
mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/1010.php)
Der Export von Umwelttechnologien wird durch das Internet-Portal www.cleaner-production.de und die neu eingeführte Avalgarantie unterstützt.
mehr (URL: http://www.cleaner-production.de)