Damit Deutschland zu einem maritimen Hightech-Standort wird, setzt die Bundesregierung mit dem Forschungsprogramm "Schifffahrt und Meerestechnik für das 21. Jahrhundert" auf Weiterentwicklung und Fortschritt.
Ziel des BMWi-Programms "Schifffahrt und Meerestechnik für das 21. Jahrhundert" ist es, unter anderem die Energieeffizienz von Schiffen zu steigern, die Serienherstellung von Schiffen zu flexibilisieren und neue Umschlagtechniken zu entwickeln. In überwiegend industriegeführten Verbundprojekten arbeiten Unternehmen mit Hochschulen oder Forschungseinrichtungen an gemeinsamen Zielen.
Zur industriellen Erschließung des Meeres gehört die Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen (Meeresbergbau), von fossiler und regenerativer Energie. Hier wird die Offshoretechnik für die Öl- und Gasförderung sowie die Nutzung von Wind-, Wellen- und Gezeitenenergie eingesetzt. Ein weiteres Entwicklungsfeld ist die maritime Leit- und Sicherheitstechnik.
Die Offshore-Branche wächst weltweit. Technische Lösungen für die Gewinnung von Rohstoffen und Energie mitten im Meer sind ein Wachstumsmarkt. Aus diesem Grund legt die Bundesregierung den Fokus auf die Offshore-Forschung mit dem vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) geförderten Offshore-Testfeld in der Nordsee.
Um eine nachhaltige Nutzung der Meere zu ermöglichen, ist eine gleichgewichtige Entwicklung von Techniken notwendig, die die Verschmutzung der Meere vermeiden und bekämpfen (Marine Umweltschutztechnik). Ebenso wichtige Rollen spielen Vermessungstechnik (Hydrographie), Wasserbau und Küstenzonenmanagement.
Im internationalen Offshore-Markt stehen die Erschließung von Erdöl- und Erdgasfeldern in der Tiefsee, die Rohstoffgewinnung und -transport in polaren Gewässern und der Abbau mineralischer Rohstoffe und Gashydrate an erster Stelle. Die Bundesregierung setzt alles daran, dass die deutsche meerestechnische Industrie rechtzeitig mit neuen Systemlösungen am Weltmarkt präsent ist und vom weltweiten Wachstum der Offshore-Branche profitieren kann.
Wassertiefen von mehr als 1.500 Metern bedeuten extreme Anforderungen an Geräte, Systeme und Dienstleistungen. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderte Leuchtturmprojekt "Integrated Systems for Underwater Production of Hydrocarbons" (ISUP) stellt sich dieser Herausforderung.
Projektbeispiel
Methanhydrate aus dem Meeresboden - Energiequellen der Zukunft
Ein sicheres und umweltschonendes Verfahren zu entwickeln, das die unterseeische Methangewinnung mit der Speicherung von Kohlendioxid koppelt, hat sich das gemeinsam von BMWi und BMBF geförderte Verbundprojekt "SUGAR - Submarine Gashydrat-Lagerstätten: Erkundung, Abbau und Transport" zur Aufgabe gemacht. Das Kieler Leibniz Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) ist im Projekt federführend.
Mit der erfolgreichen Verbindung zweier so komplexer Forschungsansätze könnte Deutschland auch ohne eigene Gashydratvorkommen eine technologische Führungsrolle übernehmen. Die Bundesrepublik könnte dadurch nicht nur entscheidend zur Sicherung des Energiebedarfs, sondern auch zum Schutz des Klimas beitragen. Denn Methanhydrate, die auch als "gefrorenes Erdgas" bezeichnet werden und in großen Mengen unter dem Meeresboden lagern, gelten als Energiequelle der Zukunft.