Nanotechnologien: Auf dem Gebiet der allerkleinsten Dinge ist Deutschland ganz groß
Die Nanotechnologie erschließt uns die Welt der allerkleinsten Dinge. Auf diesem Gebiet ist Deutschland ganz groß. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet die konsequente Förderpolitik der Bundesregierung. Mit rund 370 Millionen Euro an Fördermitteln des Bundes steht Deutschland in Europa mit großem Abstand an der Spitze. Nun kommt es darauf an, die Weichen für die künftige Entwicklung richtig zu stellen und vor allem die Anwendungspotenziale zu erschließen. Darauf zielen die Nano-Initiativen der Bundesregierung ab.
Nanotechnologien haben Querschnittscharakter mit Anwendungsmöglichkeiten in Bereichen wie Energietechnik (Brennstoff- und Solarzellen), Umwelttechnik (Materialkreisläufe und Entsorgung) oder Informationstechnik (neue Speicher und Prozessoren) sowie im Gesundheitsbereich. Sie bergen großes Potenzial für Deutschland - technologisch und wirtschaftlich. Schon heute befassen sich rund 740 Unternehmen mit der Entwicklung, Anwendung und dem Vertrieb nanotechnologischer Produkte. Damit sind rund 50.000 industrielle Arbeitsplätze verbunden, Tendenz steigend. Branchenexperten schätzen das branchenübergreifende Marktvolumen für 2015 auf mehr als eine Billion Euro weltweit.
"Nano-Initiative-Aktionsplan 2010": für einen schnelleren Transfer
Um Ziele und Handlungsansätze der Nanotechnologie zu bündeln, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den
"Nano-Initiative-Aktionsplan 2010" aufgelegt - gemeinsam mit den Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie (BMWi), Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), Gesundheit (BMG), Verteidigung (BMVg), Arbeit und Soziales (BMAS) sowie Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Die Initiative will die Umsetzung nanotechnologischer Forschungsergebnisse in Produkte und Märkte beschleunigen und bessere Rahmenbedingungen schaffen. Ein öffentlicher Dialog soll zum verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie und Transparenz beitragen. Sieben Schwerpunkte werden gefördert: Automobil, Optische Industrie, Pharma und Medizintechnik, Elektronik, Chemie, Bauwesen sowie Textilindustrie. Die technologischen Entwicklungen von Nanomaterialien werden von einer Auseinandersetzung zu Sicherheitsfragen begleitet. Neben der laufenden Förderung der Risikoforschung unter Federführung des BMU hat die Bundesregierung einen
"Nano-Dialog 2006 - 2008" zu Chancen und Risiken von Nanomaterialien durchgeführt. Damit innovative Produkte und Verfahren unter Einsatz von Nanotechnologien schneller entstehen können, unterstützt das BMBF mit "KMU-innovativ Nanotechnologie - NanoChance" vor allem forschungsintensive kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und deren Innovationspotenzial in der Spitzenforschung.
Der
"nanoTruck" ist ein rollendes Informationszentrum der Bundesregierung zur Nanotechnologie. Seit 2008 tourt er durch Deutschland und informiert die Öffentlichkeit über wissenschaftliche Grundlagen und Einsatzfelder der Nanotechnologie.
Projektbeispiel
Nanotechnologie für die medizinische Diagnostik
Im Forschungsprojekt "NanoBioPore" arbeiten die Universitäten Heidelberg und Bochum mit Partnern aus der Wirtschaft zusammen, um mit Hilfe der Nanotechnologie schnellere und genauere Diagnoseverfahren und Wirkstoffsuchen zu entwickeln. Wichtige Krankheitsmarker kommen in sehr geringen Konzentrationen vor und erfordern Sensoren mit besonders hoher Nachweisempfindlichkeit. Nanoporöse Elektrodensysteme werden mit Methoden der Dünnschicht- und Nanostrukturtechnologie zu speziellen NanoBioPore-Sensors entwickelt. Damit lassen sich auch bisher nicht oder nur schwierig direkt nachweisbare Krankheitserreger und Signalmoleküle nachweisen. Dies verbessert die Behandlung von Patienten und spart durch kostengünstigere Diagnoseverfahren Behandlungskosten.
Weitere Themen
Die Bundesregierung bündelt ihre Aktivitäten zur Nanotechnologie in der "Nanoinitiative 2010". Damit wurde ein einheitlicher und ressortübergreifender Rahmen von Zielen und Aktionen geschaffen. Vorrangig geht es um Zukunftsfelder, bessere Rahmenbedingungen, einen verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie und den umfassenden Dialog mit der Öffentlichkeit. In Deutschland sind rund 600 Unternehmen mit der Entwicklung, Anwendung und dem Vertrieb nanotechnologischer Produkte befasst. Das Markpotenzial für nanotechnologische Produkte wird für 2015 weltweit auf über eine Billion Euro prognostiziert.
mehr (URL: http://www.bmbf.de/en/nanotechnologie.php)
Begleitforschung soll klären, wie die Sicherheit und Gesundheit von Arbeitnehmern durch Nanomaterialien beeinflusst wird.
mehr (URL: http://www.bmu.de/english/nanotechnology/risk_and_research/doc/38416.php)
Dialogprozesse zu den Chancen und Risiken der Nanotechnologie gestalten den öffentlichen Diskurs.
mehr (URL: http://www.dialog-nanopartikel.de/)