Mikrosystemtechnik: Großes wirtschaftliches Potenzial durch breite Anwendung

Die Mikrosystemtechnik wird für Deutschland immer wichtiger. Die Branche verzeichnet ein Wachstum von jährlich 15 Prozent und beschäftigt in Deutschland rund 680.000 Mitarbeiter. Die Bedeutung dieser Technologie unterstreicht das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit dem Förderprogramm "Mikrosystemtechnik".
Eine ungeschickte Bewegung und das Notebook fällt vom Schreibtisch. Noch vor wenigen Jahren wäre dies das Aus für die Festplatte gewesen, die Datensammlung unwiederbringlich verloren. Heute misst ein Sensor die Bewegung. Er erkennt, dass der Computer in Schieflage gerät und blitzschnell wird die Festplatte ausgeschaltet - dank Mikrosystemtechnik. Mikrosysteme kommen in unzähligen Bereichen des täglichen Lebens zum Einsatz. Sie dienen meist als winzige, unsichtbare Helfer. Mikrosysteme übernehmen unter anderem in der Kommunikationstechnik, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Umwelttechnik, der Chemie und Pharmazie, der Energietechnik, der Logistik, der Haus- und Gebäudetechnik, im Automobilbau und in der Medizintechnik wichtige Aufgaben. Charakteristisch ist, dass verschiedene Technologien verknüpft werden, beispielsweise in der Aufbau- und Verbindungstechnik. Durch Mikrosystemtechnik lassen sich Bio- und Nanotechnologie in Mikro- und Makroumgebungen integrieren, so dass diese "anschlussfähig" für die Entwicklung neuer Produkte werden.

Hoher Fachkräftebedarf

Weltweit steht die Mikrosystemtechnik für rund 277 Milliarden Euro Umsatz, Tendenz steigend. Mit der dynamischen Entwicklung verbunden ist ein hoher Fachkräftebedarf, der kaum gedeckt werden kann. Acht von zehn Mikrosystemtechnik-Hochschulabsolventen (84 Prozent) finden bereits drei Monate nach ihrem Studienabschluss einen Arbeitsplatz. Insgesamt gelingt dies nur jedem zweiten Ingenieur (52 Prozent).
Von der BMBF-Förderung im Rahmenprogramm "Mikrosystemtechnik" und im Förderprogramm "IKT 2020" profitieren vor allem mittelständische Unternehmen. Aufgrund des Querschnittscharakters der Mikrosystemtechnik gibt es zahlreiche Anknüpfungspunkte zu anderen Förderungsbereichen - zur Genomik und Biotechnologie oder Nanotechnologie, zum Thema Werkstoffe und Produktionsverfahren oder zu Kommunikationstechnologien. Ein wichtiges Innovationsfeld der Mikrosystemtechnik sind altersgerechte Assistenzsysteme (AAL) für ein selbstbestimmtes Leben.


Projektbeispiel
Ein Kabel für alle Fälle

Wasserstoff als sekundäre speicherbare Energie spielt in der aktuellen Debatte um die Energieversorgung der Zukunft eine große Rolle. Doch wie soll der Wasserstoff gespeichert und transportiert werden? Antwort darauf will das Forschungsprojekt "IceFuel" geben. Auf mikroverfahrenstechnischem Weg sollen neuartige Leitungssysteme entwickelt werden, die so unterschiedliche Dinge transportieren können wie Strom, Daten oder kryogene Medien - zum Beispiel flüssiger Wasserstoff bei minus 253 Grad Celsius. "IceFuel" ist ein wichtiger Beitrag für künftige Energieinfrastrukturen. Hinter dem Forschungsprojekt stehen die Evonik AG (Hanau), das Forschungszentrum Karlsruhe, der TÜV Süd und weitere  Partner.

 
  • Innovative Anwendungen der Mikrosystemtechnik

    Das Programm "Mikrosysteme" fördert innovative Anwendungen der Mikrosystemtechnik in Logistik und Sicherheitstechnik sowie die Entwicklung intelligenter Implantate in der Medizintechnik.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/en/5701.php)
  • Ambient Assisted Living

    Deutschland beteiligt sich an der europäischen Initiative (nach Artikel 169 EG-Vertrag) zum Thema "Ambient Assisted Living", um Technologien für ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu entwickeln.
    mehr (URL: http://www.aal-europe.eu/)

Ideen zünden TV

Mit Neugier fängt alles an! Jetzt öffnen Deutschlands Hightech-Labore ihre Tore. Ideen zünden-TV, der Web-Kanal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, berichtet exklusiv über die innovativsten und wegweisendsten Technologien der Zukunft. Denn Forschung lohnt sich für uns alle!

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