Autos, Maschinen und industrielle Anlagen aus Deutschland sind auf der ganzen Welt gefragt. Weil Rohstoffe knapp und teuer geworden sind, wird Nachhaltigkeit auch im Bereich der Produktionstechnologien immer wichtiger. Die Bundesregierung unterstützt diesen Trend, um die Ressourcen- und Energieeffizienz in der Produktion zu erhöhen.
Nachhaltige Produktionstechniken gewinnen weltweit an Bedeutung. Deutsche Unternehmen sind führend auf diesem Gebiet. Zahlreiche Forschungsprojekte beschäftigen sich mit der Frage, wie die Ressourcen- und Energieeffizienz gesteigert werden kann. Dazu gehören Techniken des Leichtbaus ebenso wie mobile Energiequellen und ressourcensparende Produktionsabläufe.
Den Titel "Exportweltmeister" verdankt Deutschland vor allem der Säule seiner Wirtschaft, dem produzierenden Gewerbe. Im Maschinenbau zum Beispiel sorgten im Jahr 2008 rund 6.000 Unternehmen mit mehr als 975.000 Beschäftigten für mehr als 205 Milliarden Euro Umsatz. Mit einem Weltmarktanteil von 19 Prozent belegen die deutschen Maschinenbauer die Spitzenposition.
Auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel ist es wichtig geworden, nachhaltige Technologien im Bereich der Produktion zu entwickeln. In einem neuen Forschungsschwerpunkt fördert die Bundesregierung die Entwicklung innovativer Ansätze, um die Ressourcen- und Energieeffizienz in der Produktion zu erhöhen. Parallel dazu ist eine Innovationsallianz im Bereich der Energie- und Ressourcenschonung in Kernbereichen der Produktionstechnik für die Automobilfertigung geplant.
Produzierende Unternehmen wirkungsvoll vor Nachahmern zu schützen, ist darüber hinaus Ziel der Forschungsinitiative "Innovationen gegen Produktpiraterie". Im Rahmen des Programms "Forschung für die Produktion von morgen" fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit dem Jahr 2008 Arbeiten für einen eingebauten Kopierschutz. Er soll die Nachahmung von Maschinen, Dienstleistungen und Ersatzteilen nahezu unmöglich machen.
Eine Gruppe hochrangiger Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft erarbeitet im Rahmen der europäischen Technologieplattform "ManuFuture" neue Forschungs- und Innovationsstrategien sowie weitere wichtige Themen für das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm. Sie sollen dazu beitragen, dass Europa auch in Zukunft ein dynamischer und wettbewerbsfähiger Produktionsstandort bleibt. Die europäische Diskussion wird auf nationaler Ebene mit Hilfe der im September 2005 gegründeten Plattform "ManuFuture Deutschland" geführt, an der auch das BMBF und das BMWi beteiligt sind. So werden alle wichtigen Akteure zusammengebracht, Branchendialoge mit der Industrie geführt und Forschungsfragen im Hinblick auf Europa gebündelt.
Das Innovationsfeld Produktionstechnologien ist in besonderem Maße auf technische Qualifikationen angewiesen. Im Wettbewerb mit Großunternehmen und attraktiven Tätigkeiten in Dienstleistungsbereichen wird es gerade kleinen und mittleren Unternehmen aufgrund des demografiebedingt knappen Angebots zukünftig schwer fallen, qualifiziertes Personal für Entwicklung und Betreibung von Produktionssystemen zu gewinnen. Diese vermeintliche Männerdomäne muss nicht zuletzt deshalb auch für Frauen attraktiver werden.
Da KMU vorrangig mit Fachhochschulen kooperieren und diese zwei Drittel aller Ingenieure ausbilden, zielt die Bundesregierung mit ihrem Förderprogramm "Forschung an Fachhochschulen" und hier insbesondere mit den Förderlinien "FHprofUnd", "IngenieurNachwuchs" und "ProfilNT" auf die Förderung von jungen Forschergruppen in den Ingenieurwissenschaften. So werden die Voraussetzungen für ein größeres Engagement und die stärkere Nutzung der Innovationspotenziale der Fachhochschulen in der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung verbessert.
Technologische und arbeitsorganisatorische Veränderungen in der industriellen Produktion verlangen nach beruflichen Kompetenzen, die neben manueller Geschicklichkeit immer mehr durch das flexible Erkennen zweckmäßiger Lösungswege geprägt sind. Daher hat das BMBF neben dem neuen Erstausbildungsberuf zum Produktionstechnologen/zur Produktionstechnologin 2008 auch eine bundeseinheitliche Fortbildungsregelung zum Geprüften Prozessmanager/in Produktionstechnologie erlassen.
Aktuell prüft das BMBF im Zuge der laufenden Evaluation des Industriemeisters Metall, ob und welche Anpassungen erforderlich sind. Weiterhin wird untersucht, ob geänderte Qualifikationsanforderungen ein neues Berufsbild "Produktionstechnologe/in" erfordern, das eine Tätigkeit in der Produktion auch attraktiver machen könnte.