
In Deutschland gibt es inzwischen über 600 Unternehmen, die sich mit Biotechnologie befassen. Rund 500 davon sind "reine" Biotechnologie-Unternehmen, deren Geschäfte ganz oder überwiegend auf Verfahren der modernen Biotechnologie beruhen. Fast alle dieser Unternehmen sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit weniger als 250 Mitarbeitern. Mit "KMU-innovativ Biotechnologie - BioChance" werden FuE-Projekte von KMU unterstützt, die auf dem Gebiet der Biotechnologie tätig sind bzw. ihr Geschäftsfeld durch den Einsatz von Biotechnologie erweitern wollen.
Bei einem Umsatz von 900 Millionen Euro gaben die deutschen Biotechnologie-KMU im Jahr 2007 für Forschung und Entwicklung (FuE) 890 Millionen Euro aus. Die Biotechnologie-KMU zählen damit zu den am stärksten bei FuE engagierten Unternehmen. Die hohen FuE-Ausgaben schaffen die Grundlage für hochinnovative Produkte und zukünftige Unternehmenserfolge. Allerdings sind die Innovationsprozesse in der Biotechnologie besonders lang, teuer und mit hohem Risiko des Scheiterns verbunden. Darin liegt der Grund dafür, dass die jungen Biotechnologie-Unternehmen in starkem Maße auf Wagniskapital und öffentliche Förderung angewiesen sind: Nach eigenen Angaben haben die KMU der Biotechnologie-Branche im Jahr 2007 rund 48 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln erhalten, vor allem aus dem Biotechnologie-Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Im gleichen Zeitraum warben diese Unternehmen 294 Millionen Euro an Risikokapital sowie weitere 185 Millionen Euro durch Börsengänge und Kapitalerhöhungen ein.
Innerhalb des Biotechnologie-Programms des BMBF waren bereits die früheren Fördermaßnahmen BioChance (1999-2003) bzw. BioChancePlus (2004-2007) auf die speziellen Bedürfnisse der noch jungen Biotechnologie-KMU zugeschnitten. Mit "KMU-innovativ" verfolgt das BMBF das Ziel, das Innovationspotenzial kleiner und mittlerer Unternehmen in der Spitzenforschung zu stärken sowie die Forschungsförderung insbesondere für erstantragstellende KMU noch attraktiver zu gestalten. Dazu hat das BMBF das Antrags- und Bewilligungsverfahren vereinfacht und beschleunigt sowie die Beratungsleistungen für KMU ausgebaut.
Für Ihre Fragen stehen Ihnen kompetente Ansprechpartner zur Verfügung. Der "Lotsendienst" hilft Ihnen bei grundsätzlichen Fragen zur Förderung. Detaillierte fachliche Fragen beantwortet der für den Technologiebereich "Biotechnologie" zuständige Projektträger Jülich. Für die Einreichung von Skizzen steht ein spezielles Online-Werkzeug zur Verfügung.
Hauptkriterien für eine positive Förderentscheidung sind einerseits die wissenschaftlich-technische Qualität des Vorhabens und andererseits der Beitrag zur Unternehmensentwicklung. Die detaillierten Bewertungskriterien sind in der Förderrichtlinie genannt und werden in der Handreichung für Skizzeneinreicher ausführlich erläutert. Eingereichte Projektvorschläge stehen untereinander im Wettbewerb.
Die Förderrichtlinien zu "KMU-innovativ Biotechnologie - BioChance" sehen keine thematischen Einschränkungen innerhalb der Biotechnologie vor - es kann also für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben aus allen Zweigen der modernen Biotechnologie eine Förderung beantragt werden.
Projektskizzen können jederzeit eingereicht werden. Bewertungsstichtage für Projektskizzen sind jeweils der 15. April und der 15. Oktober.
Für das Einreichen Ihrer Skizzen steht Ihnen ein komfortables und schlankes Online-Werkzeug zur Verfügung. Bitte beachten Sie die unten verlinkten Hinweise zum Abfassen von Projektskizzen. Generell wird empfohlen, bereits bei der Erstellung der Projektskizze Kontakt mit dem zuständigen Projektträger zu suchen.

KMU-innovativ: Biotechnologie – BioChanceEine Handreichung für Antragsteller
2010, 31 Seiten
Download [PDF - 1,19 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/handreichung_kmu_innovativ_biotechnologie.pdf)

2001, 48 Seiten
Download [PDF - 1,63 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/rahmenprogramm_biotechnologie.pdf)
Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)