Klima und Energie

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Ungebremst hätte er erhebliche Auswirkungen auf die Lebensweise der Menschen und würde die Existenzgrundlagen von Gesellschaften in vielen Ländern massiv beeinflussen. Wenn wir jetzt keine wirksamen Gegenmaßnahmen gegen die globale Erwärmung ergreifen, wenn wir uns jetzt nicht mit Anpassungsmaßnahmen befassen und gleichzeitig die Fähigkeit gesellschaftlicher und natürlicher Systeme zur Anpassung an die bereits unabweisbaren Risiken und Folgen des Klimawandels stärken, wird die Klimaveränderung für viele Menschen auf der Erde zu einer unabsehbaren Veränderung ihrer Lebensverhältnisse führen.

Herausforderungen und Ziele

Die Handlungsoptionen für Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft sollen verbessert werden, indem die Wissensbasis erweitert sowie Klimaschutztechnologien und Anpassungslösungen gezielt angewendet werden. Dazu wird die Bundesregierung die Zusammenarbeit mit Industrie und Finanzwirtschaft intensivieren. Sie entwickelt Instrumente und Strukturen, um Entscheidungen zu Klimaschutz und Anpassung noch besser zu unterstützen. Der Ausbau der internationalen Kooperation ist gerade für dieses Bedarfsfeld besonders wichtig. Der Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung ist ein großes Zukunftsthema.

Die Bundesregierung hat einen ambitionierten Plan mit Zielen zum Klima- und Ressourcenschutz definiert:

  • Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel: Die Bundesregierung bietet als deutschen Beitrag für ein internationales Klimaschutzabkommen nach 2012 an, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Dieses Angebot steht unter der Voraussetzung, dass die Europäische Union im selben Zeitraum ihre Emissionen um 30 Prozent gegenüber 1990 reduziert. Gleiches gilt für andere Staaten, die vergleichbar ehrgeizige Ziele übernehmen müssen.
  •  Sparsame und effiziente Nutzung von Ressourcen: Die Energieproduktivität soll in Deutschland bis 2020 im Vergleich zu 1990 verdoppelt werden. Bis 2020 soll die Rohstoffproduktivität im Vergleich zu 1994 ebenfalls verdoppelt werden.
  • Nachhaltige und zukunftssichere Energieversorgung: Bis 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Verbrauch der Primärenergie (+10 %) und auf mindestens 30 Prozent des Stromverbrauchs gesteigert werden. Bis 2050 sollen erneuerbare Energien rund die Hälfte des Primärenergieverbrauchs decken.

Bilanz und Perspektiven

Die Innovationskraft Deutschlands und seine Fähigkeit zu technologischem Fortschritt wird genutzt, um die ehrgeizigen Ziele zu erfüllen. Gleichzeitig sollen Wachstum und Wohlstand weiter gestärkt werden. Um langfristig unsere Lebensgrundlagen und unseren Wohlstand zu bewahren, ist die Bundesregierung auf nachhaltiges Wirtschaften, gesteigerte Energie- und Rohstoffeffizienz sowie neue Kraftstoffe auf Basis alternativer Energiequellen ebenso angewiesen wie auf verbesserte Energiespeicher. Umwelt und Wirtschaft widersprechen sich nicht. Nachhaltiges Wirtschaften zum Schutz von Klima- und Umwelt ist vielmehr eine Voraussetzung für dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg und den Wohlstand unserer Gesellschaft.

Die Bundesregierung legte die Ziele und Schwerpunkte ihrer Energieforschungspolitik und die zugehörigen Fördermechanismen in einem mehrjährigen Energieforschungsprogramm fest, das am 01. September 2011 in Kraft getreten ist. Das Energieforschungsprogramm verfolgt einen neuen strategischen Ansatz und setzt auf die verbesserte Förderung von Forschung und Entwicklung zukunftsfähiger Energietechnologien. So wird die Förderpolitik gezielt auf Technologien ausgerichtet, die im "Zeitalter der erneuerbaren Energien" benötigt werden: Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Netztechnik und Energiespeicher.

Die Bundesregierung stellt in den Jahren 2011 bis 2014 im Rahmen der Energieforschung rund 3,5 Mrd. Euro für die Förderung von Forschung und Entwicklung moderner Energietechnologien bereit. Der beachtliche Aufwuchs von rund 75 % gegenüber der Vergleichsperiode 2006 bis 2009 speist sich großteils aus dem neu eingerichteten "Energie- und Klimafonds".

Neben der strategischen Fokussierung der Fördermittel auf prioritäre Bereiche setzt das neue Energieforschungsprogramm auf gemeinsame Förderinitiativen der beteiligten Ressorts, die ihre Kernkompetenzen in den energiepolitisch wichtigen Themen bündeln. Weiter werden die internationalen Forschungskooperationen ausgebaut. Von besonderer Bedeutung ist dabei eine stärkere Vernetzung der Forschungsarbeiten innerhalb der Europäischen Union.

Die Federführung für die programmatische Ausrichtung der Energieforschungspolitik und das Energieforschungsprogramm liegt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Die Bundesministerien für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) sowie für Bildung und Forschung (BMBF) sind im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeit an der Förderung von Forschung und Entwicklung moderner Energietechnologien beteiligt.

  • Morgenstadt

    Im Zukunftsbild Morgenstadt beschreiben Elektrotechniker, Stadtplaner, Soziologen und Experten weiterer Disziplinen, welche konkreten Antworten wir auf Klimawandel, Rohstoffverknappung und Energiemangel geben können. Morgenstadt ist die Beschreibung einer positiven Zukunft. Im Rahmen der Hightech-Strategie arbeitet die Bundesregierung gemeinsam mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft an der Umsetzung des Zukunftsprojektes.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/morgenstadt.pdf)
  • Umwelttechnologien: Nachhaltiges Wirtschaften ist Innovationsmotor

    Schon heute ist Deutschland in den Umwelttechnologien führend. Für nachhaltiges Wirtschaften stehen innovative Konzepte, z. B. aus dem Bauwesen: Die Forschung arbeitet beispielsweise an energieeffizienten Niedrigenergiehäusern oder der Optimierung von Recycling-Maßnahmen.
    mehr (URL: http://www.hightech-strategie.de/de/201.php)
  • Modernste und effiziente Energietechnologien durch Forschung und Innovation

    Strom aus Wind ist umweltfreundlich und ressourcenschonend. Besonders auf dem Meer sind die Windgeschwindigkeiten enorm hoch und können so jede Menge Energie liefern. Offshore-Windparks nutzen diese günstigen Bedingungen. Riesige Rotoren fangen den Wind ein, leiten ihn an einen Generator, der daraus Strom erzeugt. Die Erforschung und Entwicklung derartiger moderner und effizienter Energietechnologien ist daher ein wichtiger Schwerpunkt der Hightech-Strategie.
    mehr (URL: http://www.hightech-strategie.de/de/200.php)
  • Globale Ernährungssicherung, Klimaschutz und Ressourceneffizienz durch Forschung und Innovation

    Der Klimawandel reduziert die Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung. Daher muss als Konsequenz die Produktivität der landwirtschaftlichen Urproduktion gesteigert werden. Die Hightech-Strategie leistet mit Hilfe von Forschung und Innovation im Innovationsfeld Pflanze dazu einen wesentlichen Beitrag.
    mehr (URL: http://www.hightech-strategie.de/de/187.php)

Ideen zünden TV

Mit Neugier fängt alles an! Jetzt öffnen Deutschlands Hightech-Labore ihre Tore. Ideen zünden-TV, der Web-Kanal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, berichtet exklusiv über die innovativsten und wegweisendsten Technologien der Zukunft. Denn Forschung lohnt sich für uns alle!

Dokumente

Publikationen

  • Die Hightech-Strategie zum Klimaschutz ID = 894

    Titelbild der Publikation

    2007, 52 Seiten

    Download [PDF - 1,79 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/hightech_strategie_fuer_klimaschutz.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)