Finanzierung: Mehr finanzieller Spielraum für Innovationen

Eine hinreichende Finanzierung ist die Voraussetzung für Innovationen. Doch gerade jungen, hoch innovativen Wachstumsunternehmen, den so genannten Start-ups, steht häufig nicht genügend Kapital zur Verfügung.

Eine hinreichende Finanzierung ist die Voraussetzung für Innovationen. Doch gerade jungen, hoch innovativen Wachstumsunternehmen, den so genannten Start-ups, steht häufig nicht genügend Kapital zur Verfügung. Die geringe Eigenkapitalausstattung und der wenig leistungsfähige Beteiligungskapitalmarkt in Deutschland sind laut Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) das zentrale Problem innovativer kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Diese Situation wird sich im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise verschärfen. Die Bundesregierung sieht es deshalb als wichtigen Bestandteil ihrer Innovationspolitik an, die Bedingungen für Innovationsfinanzierungen weiter zu verbessern.

Mit der Unternehmenssteuerreform sind bereits günstigere Voraussetzungen für private Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) geschaffen worden. Die Absenkung der Unternehmensbesteuerung unter 30 Prozent schafft finanzielle Freiräume, die Investitionen in Forschung und Entwicklung zugute kommen können. Welche Auswirkungen Maßnahmen zur Gegenfinanzierung - Funktionsverlagerung, Lizenzbesteuerung, Mantelkauf - und die Abgeltungssteuer auf die FuE-Intensität von Unternehmen haben, bleibt abzuwarten.

Das Gesetz zur Modernisierung der Rahmenbedingungen für Kapitalbeteiligungen (MoRaKG) soll Finanzinvestoren dazu ermuntern, forschungsintensiven Unternehmen mehr Eigenkapital als bisher zur Verfügung zu stellen. Teile des Gesetzes, das im August 2008 in Kraft getreten ist, stehen noch unter dem beihilferechtlichen Zulassungsvorbehalt der EU-Kommission. Dies betrifft zum Beispiel die Regelungen zur Verlustnutzung.

Für technologieorientierte und innovative Jungunternehmen ist die Finanzierung oftmals besonders schwierig. An diesem Punkt setzt der High-Tech-Gründerfonds mit einem Volumen von rund 272 Millionen Euro an. Er investiert Risikokapital in junge Technologie-Firmen, die viel versprechende Forschungsergebnisse wirtschaftlich umsetzen. Mit Hilfe einer so genannten "Seed Finanzierung" von bis zu 500.000 Euro können die Start-ups ihr FuE-Vorhaben bis zum Prototypen oder zur Markteinführungen bringen. Hinter dem Fonds - ein erfolgreiches Beispiel für Public-Private-Partnership - stehen das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und die KfW-Bankengruppe sowie die Unternehmen BASF, Deutsche Telekom, Siemens, Robert Bosch, Daimler und Carl Zeiss.  

Stiftungen sind für die Bundesregierung wichtige Partner. Von dem im Jahr 2007 in Kraft getretenen Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements ("Hilfen für Helfer") profitieren vor allem auch gemeinnützige Stiftungen, die sich im Bereich Bildung und Forschung engagieren. Die Anreize für Zuwendungen wurden deutlich erhöht. Das Gesetz ist auf breite Zustimmung gestoßen und hat in den vergangenen zwei Jahren zu einer positiven Entwicklung der Stiftungslandschaft in Deutschland beigetragen.

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