Internationale Kooperation steigert Forschungs- und Innovationskompetenz

Globale Märkte eröffnen Chancen für innovative Unternehmen aus Deutschland, globale Herausforderungen verlangen eine internationale Zusammenarbeit mit gemeinsam erarbeiteten wissenschaftlichen Lösungen. Die Internationalisierung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor im weltweiten Wettbewerb und deshalb wesentliches Element der deutschen Innovationspolitik.

Um Deutschlands Position in der Wissensgesellschaft zu verbessern, hat die Bundesregierung im Februar 2008 die Strategie zur Internationalisierung von Wissenschaft, Forschung und Entwicklung verabschiedet. Mit Hilfe grenzüberschreitender Zusammenarbeit soll der Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland gestärkt werden und sich  zu einer ersten Adresse für die besten Forscher und Studierenden aus aller Welt entwickeln. Ziel der Bundesregierung ist es, internationale und europäische Kräfte zu bündeln, um Potenziale für Deutschland zu erschließen und dem Lissabon-Ziel Europas näher zu kommen, zum weltweit wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum aufzurücken.

Bereits im ersten Jahr der Internationalisierungsstrategie wurde viel erreicht:

Die Chancen internationaler Kooperationen werden besser genutzt. Dazu beigetragen haben folgende Maßnahmen:

  • Die Alexander-von-Humboldt-Professur - der höchst dotierte internationale Forscherpreis - und die Fortführung des Sofia-Kovaleskaja-Preises unterstützen Spitzen- und Nachwuchswissenschaftler dabei, ihre Forschungsarbeiten an deutsche Hochschulen zu verlagern. Auch die internationale Mobilität deutscher Wissenschaftler wird gefördert.
  • Der Aufbau von Häusern der deutschen Wissenschaft und Innovation - in Russland, Indien, Japan und Brasilien - verstärkt die Präsenz im Ausland. Verantwortlich für das Konzept sind die Bundesregierung, Wissenschafts- und Mittlerorganisationen (DFG, HGF, FhG, DAAD) sowie die Auslandshandelskammern.
  • Bi- und multilaterale Kooperationen sowie internationale Ausrichtung sind zunehmend feste Bestandteile der Forschungsförderprogramme der Bundesregierung. Unterstützt wird auch die weltweite Vernetzung innovativer Unternehmen.
  • Im Rahmen der G8 und der OECD wurde der multilaterale Dialog für eine internationale Forschungsagenda etabliert. Themen sind vor allem die Bewältigung des Klimawandels, die Sicherung der Energieversorgung sowie die Bekämpfung von Armut und Infektionskrankheiten. Die Bundesregierung übernimmt dabei eine Führungsrolle.
  • Um wissensbasierte Entwicklungsprozesse anzustoßen und Voraussetzungen für Wissenschaftskooperationen mit Entwicklungsländern zu schaffen, werden die Instrumente der Entwicklungszusammenarbeit und der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit verstärkt aufeinander abgestimmt.
  • Die Bundesregierung unterstützt internationale Kampagnen, die für den Studien-, Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland werben.

Der europäische Forschungsraum nimmt Gestalt an. Die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken, ist angesichts der Globalisierung von zentraler Bedeutung. Deutschland trägt als ein maßgeblicher Akteur der europäischen Forschungspolitik entscheidend dazu bei.

  • Durch Mitgestaltung des European Research Council (ERC) hat Deutschland das Exzellenzprinzip als alleinige Voraussetzung für die europäische Forschungsförderung verankert.
  • Das Europäische Institut für Innovation und Technologie (EIT) wurde wesentlich von der deutschen Ratpräsidentschaft konzipiert und im September 2008 gegründet. Ziel ist es, für das "Dreieck des Wissens" von Bildung, Forschung und Innovation strategische Netzwerke auf zukunftsträchtigen Technologiefeldern zu entwickeln. Das soll die Lücke zwischen Forschungsergebnis und erfolgreicher Marktplatzierung schließen. 2009 werden erste "Knowlegde and Innovation Communities" (KIC) gebildet - zunächst in den Bereichen Klima und Energie sowie IKT-Technologien.
  • 7. Forschungsrahmenprogramm (FRP): Deutschland weist nach den ersten beiden Jahren mit 19,6 Prozent Anteil an den Zuwendungen eine weiterhin hohe Beteiligung am FRP auf.
  • Deutschland ist an sechs "Joint Technology Initiatives" (JTI) beteiligt, in denen strategische Forschungsagenden in für Europa besonders bedeutenden Forschungsfeldern umgesetzt werden, zum Beispiel im Bereich Wasser- und Brennstoffzellen.
  • Das Eurostars-Programm, eine gemeinsame Initiative der EUREKA-Mitgliedsländer und der Europäischen Kommission im Rahmen von EUREKA, unterstützt vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei grenzüberschreitenden Kooperationsprojekten im Bereich Forschung und Entwicklung (www.eureka.dlr.de).
  • Mit dem ESFRI-Prozess (European Strategy Forum on Research Infrastructures) beteiligt sich die Bundesregierung an der Gestaltung neuer EU-Forschungsinfrastrukturen. So konnten der europäische Röntgenlaser XFEL und die internationale Beschleunigeranlage FAIR beim Forschungszentrum DESY in Hamburg begonnen werden. Unterstützt wird auch die Entwicklung eines Europäischen Statuts für Forschungsinfrastrukturen (ERIC) zur Erleichterung der Errichtung neuer pan-europäischer Forschungsinfrastrukturen.

Deutschland will sich weiterhin prägend in Europa einbringen. Ein Schwerpunkt wird die Mitarbeit an der Weiterentwicklung des Europäischen Forschungsraums (ERA) im Rahmen des "Ljubljana-Prozesses" und der "Vision 2020" sein. Aus diesem Grund hat Deutschland dazu beigetragen, ein Forum zur strategischen internationalen Zusammenarbeit (SFIC) einzurichten und im Jahr 2009 den Vorsitz übernommen. Daneben setzt sich die Bundesregierung im Rahmen der Verhandlungen zur Zukunft des EU-Haushalts für eine noch stärkere Prioritätensetzung zugunsten von Bildung, Forschung und Innovation in Europa ein. Mit Übernahme der deutschen EUREKA-Präsidentschaft will die Regierung das europäische Netzwerk für innovative und marktorientierte Forschung stärken. Zudem unterstützt sie das Europäische Jahr der Kreativität und Innovation 2009.

Ideen zünden TV

Mit Neugier fängt alles an! Jetzt öffnen Deutschlands Hightech-Labore ihre Tore. Ideen zünden-TV, der Web-Kanal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, berichtet exklusiv über die innovativsten und wegweisendsten Technologien der Zukunft. Denn Forschung lohnt sich für uns alle!