
Innovationen brauchen Talente. Die Deckung des steigenden Bedarfs an hoch qualifizierten Fachkräften, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie attraktive Beschäftigungsbedingungen in der öffentlichen Forschung sind von herausragender Bedeutung. Bildung und Qualifizierung sichern die Fachkräftebasis und damit die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.
Die Zukunft von Wachstum und Beschäftigung in Deutschland ist abhängig von der mittel- und langfristigen Sicherung des Fachkräfteangebots. Denn wirtschaftlicher Aufschwung ist nur mit gut ausgebildeten Fachkräften möglich. Besonders in der Produktion von Spitzentechnologie sowie im Dienstleistungssektor nehmen die Qualifikationsanforderungen kontinuierlich zu. Gleichzeitig macht sich der demografische Wandel bemerkbar: In Zukunft werden immer weniger junge Menschen in Deutschland leben, lernen und arbeiten.
In einzelnen Branchen und Regionen ist bereits heute ein Mangel an Fachkräften spürbar. Gesucht werden insbesondere Fachkräfte mit Abschlüssen in den Fächern Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften (MINT) und mit abgeschlossener Ausbildung auf Techniker- und Meisterebene in technischen Bereichen. Für das Jahr 2014 geht das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) von einem alters- und strukturwandelbedingten Mangel an Fachkräften zwischen 180.000 und 480.000 aus.
Ziel der Bundesregierung ist es, dem steigenden Bedarf an Fachkräften vorrangig durch verstärkte Aus- und Weiterbildungsanstrengungen im Inland und eine deutliche Steigerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen, Älteren und von bereits im Land lebenden Migranten zu begegnen. Damit Deutschland im internationalen Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte bestehen kann, müssen zudem die Bedingungen für Kräfte aus dem Ausland attraktiver werden.
Für die Bundesregierung sind Bildung und Qualifizierung jedoch nicht nur mit Blick auf die Sicherung des Fachkräftebedarfs unverzichtbar, sie sind auch der Schlüssel zum individuellen Aufstieg. Sie ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe, Orientierung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein wichtiges Ziel für die Sicherung unserer Zukunft ist es, dass alle Menschen in Deutschland ihre Fähigkeiten und Talente entwickeln können.
Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft muss Deutschland verstärkt in Bildung und Wissenschaft investieren. Mit ihrem Kabinettbeschluss vom Januar 2008 hat die Bundesregierung bereits ein klares Signal für die Stärkung von Bildungschancen in allen Lebensbereichen gesetzt. Das beschlossene Maßnahmenbündel verschiedener Ressorts soll das Aus- und Weiterbildungssystem in Qualität und Wirkungsbreite weiter verbessern und die Durchlässigkeit in allen Bildungsbereichen erhöhen. Für neue Maßnahmen und Programme stehen für die Jahre 2008 bis 2012 rund sechs Milliarden Euro bereit. Nahezu alle Maßnahmen sind bereits im Verlauf des Jahres 2008 angelaufen oder stehen kurz vor dem Start.
Diese Maßnahmen der Bundesregierung setzten deutliche Schwerpunkte bei der Verbesserung des Übergangs von der Schule in die berufliche Bildung, bei der Förderung von Abschluss- und Aufstiegsmöglichkeiten und im Bereich der Weiterbildung. Neu eingeführt wurde unter anderem das Aufstiegsstipendium für beruflich besonders Qualifizierte, die ein Hochschulstudium aufnehmen. Neu ist ebenfalls die Bildungsprämie, die Anreize für Weiterbildung schafft. Außerdem sollen mehr junge Menschen für eine Ausbildung oder ein Studium in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) gewonnen werden. Dabei wird mit dem Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen (www.komm-mach-mint.de) das Potenzial von Frauen für den Fachkräftebedarf genutzt. Zudem werden Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund wie auch deren Eltern besonders in den Blick genommen.
Gerade an den Schnittstellen von frühkindlicher Bildung, Schule, Ausbildung und Hochschule bedarf es in den kommenden Jahren großer Anstrengungen. Bund und Länder wollen dies gemeinsam leisten. Auf dem Bildungsgipfel am 22. Oktober 2008 haben sich die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder deshalb mit der Dresdner Erklärung "Aufstieg durch Bildung -. Die Qualifizierungsinitiative für Deutschland" auf einen gemeinsamen Ziel- und Maßnahmenkatalog verständigt. Er bezieht sich auf alle Bildungsbereiche von der frühkindlichen Bildung bis zur Weiterbildung im Beruf. Bereits im Herbst 2009 soll ein erster Zwischenbericht zum Stand der Umsetzung vorgelegt werden. www.aufstieg-durch-bildung.info
Im Januar 2009 beschloss die Bundesregierung als Teil des Konjunkturpakets den "Pakt für Beschäftigung und Stabilität in Deutschland zur Sicherung der Arbeitsplätze, Stärkung der Wachstumskräfte und Modernisierung des Landes". Im Rahmen dieses Paktes wird der Bund für die Jahre 2009 und 2010 Investitionen der Länder und vor allem der Kommunen in Kindergärten, Schulinfrastruktur, Hochschulen und Forschung fördern. Dafür stehen 6,5 Milliarden Euro (65 Prozent des Gesamtvolumens des beschlossenen kommunalen Investitionsprogramms in Höhe von zehn Milliarden Euro) zur Verfügung. Der Bund erwartet von den Ländern einen Finanzierungsbeitrag von einem Drittel dieser Summe (2,166 Milliarden Euro), sodass insgesamt eine Summe von 8,67 Milliarden Euro zur Verfügung steht. Dies ist das bislang größte Investitionsprogramm in die Bildung in der Geschichte der Bundesrepublik.
Deutschland soll im internationalen Wettbewerb um Fachkräfte bestehen und mehr Spitzenkräfte anziehen. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung im Jahr 2008 das Aktionsprogramm "Beitrag der Arbeitsmigration zur Sicherung der Fachkräftebasis in Deutschland" beschlossen. Mit Wirkung vom 1. Januar 2009 wurde für ausländische Hochqualifizierte die Einkommensgrenze für eine unbefristete Niederlassungserlaubnis von derzeit 86.400 Euro auf 64.800 Euro gesenkt. Auch Akademikern aus den neuen EU-Staaten wurde der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert. Bei ihnen wird künftig nicht mehr geprüft, ob für den Arbeitsplatz inländische Arbeitssuchende zur Verfügung stehen. Für Akademiker aus Drittstaaten wurde der Arbeitsmarkt über den IT-Bereich hinaus für alle Fachrichtungen geöffnet, soweit für die Beschäftigung keine inländischen Arbeitsuchenden gewonnen werden können.
Zudem wird die Bundesregierung im Rahmen des Aktionsprogramms mit wissenschaftlicher Unterstützung ein Instrument zur Feststellung des aktuellen und zukünftigen Fachkräftebedarfs entwickeln lassen. Im März 2009 wurde darüber hinaus eine Allianz zur Beratung der Bundesregierung in Fragen des Arbeitskräftebedarfs (kurz: Allianz) einberufen. Gemeinsam werden hier Sozialpartner, Wissenschaft, Bundesregierung und Länder auf der Grundlage wissenschaftlicher Projektionen den aktuellen, mittel- und langfristigen Arbeitskräftebedarf in Deutschland einschätzen.
Um eine Abwanderung von qualifizierten Fachkräften zu verhindern, gilt es zudem, die Bedingungen am Wissenschafts- und Forschungsstandort Deutschland so attraktiv wie möglich zu gestalten. Insbesondere mit Blick auf den akademischen Nachwuchs stehen daher eine verlässliche staatliche Ausbildungsförderung und ergänzende Angebote von Krediten zur Bildungsfinanzierung auf der Agenda.
Ausbau der Studien- und Bildungsfinanzierung:
Das neue BAföG
Das neue Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) trägt wesentlich dazu bei, dass junge Menschen unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Familie eine Ausbildung absolvieren können. Schüler erhalten die Förderung als Vollzuschuss, Studierende und Auszubildende an höheren Fachschulen und Akademien erhalten die Förderung grundsätzlich zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen des Staates. Derzeit erhält jeder vierte Studierende im Erststudium und während der Regelstudienzeit Förderung nach dem BAföG.
Zum Herbst 2008 wurden die Bedarfssätze um 10 Prozent auf einen Höchstsatz von jetzt 643 Euro monatlich erhöht. Neu sind auch die zusätzliche Förderung von Studierenden mit Kindern (113 Euro monatlich für das erste, 85 Euro monatlich für das zweite Kind), die Förderung von vollständig im europäischen Ausland absolvierten Ausbildungen sowie die leichtere BAföG-Förderung für ausländische Jugendliche, sofern sie eine dauerhafte Bleibeperspektive in Deutschland haben. www.bafoeg.bmbf.de
Neues Meister-BAföG
Mit dem am 1. Juli 2009 in Kraft tretenden Zweiten Gesetzes zur Änderung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG oder sog. "Meister-BAföG") werden die Leistungen der beruflichen Aufstiegsfortbildungen deutlich verbessert und noch mehr Menschen als bisher für Fortbildungen gewonnen. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Sicherstellung des qualifizierten Fachkräftenachwuchses geleistet. www.meister-bafoeg.info
Stipendien der Begabtenförderungswerke
Die Begabtenförderungswerke bieten besonders leistungsstarken und gesellschaftlich engagierten Studenten finanzielle Hilfen sowie ideelle Förderung zum Beispiel durch Sommerakademien, Auslandsförderung, Sprachkurse und Netzwerkbildung. Das Ziel, bis zum Ende der Legislaturperiode ein Prozent der Studierenden (statt knapp 0,7 Prozent in 2005) durch die elf Begabtenförderungswerke zu fördern, wurde bereits Ende 2008 - vor der eigentlich vorgesehenen Zeit - erreicht. www.bildungsserver.de
Aufstiegsstipendien
Damit mehr Begabte, die bereits voll im Beruf stehen, den Schritt in ein Studium wagen, werden seit 2008 Aufstiegsstipendien vergeben. Voraussetzungen sind hervorragende Ergebnisse in der beruflichen Ausbildung und eine mindestens zweijährige Berufserfahrung. Das Stipendium muss nicht zurückgezahlt werden. www.aufstiegsstipendium.de
Bildungskredite
Mit dem Bildungskreditprogramm unterstützt die Bundesregierung Schüler und Studierende in fortgeschrittenen Ausbildungsphasen. Der Bildungskredit wird monatlich im Voraus in Raten von 300 Euro durch die KfW ausbezahlt. Innerhalb eines Ausbildungsabschnitts können bis zu 24 Monatsraten, also insgesamt 7.200 Euro, bewilligt werden. www.bildungskredit.de

Informationen zur Ausbildungsförderung
2009, 2 Seiten
Bestell-Nr.: 29958
Download [PDF - 170,1 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/bafoeg_flyer.pdf)

Gesetz und Beispiele
2009, 70 Seiten
Bestell-Nr.: 29799
Download [PDF - 777,8 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/das_neue_afbg.pdf)

Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung
2009, 32 Seiten
Bestell-Nr.: 30348
Download [PDF - 2,12 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/qualifizierungsinitiative_breg.pdf)

Das Aufstiegsfortbildungs-
förderungsgesetz
2009,
Download [PDF - 134,8 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/das_neue_afbg-flyer.pdf)
Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)
Dieser externe Link öffnet ein neues Fenster:
(URL: http://www.bmbf.de/_search/searchresult.php?URL=http%3A%2F%2Fwww.bmbf.de%2Fde%2F7342.php&QUERY=bildungspr%E4mie)
Dieser externe Link öffnet ein neues Fenster:
(URL: http://www.bva.bund.de/cln_151/DE/Aufgaben/Abt__IV/Bildungskredit/Flyer_20KfW,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Flyer%20KfW.pdf)