Forschung und Versorgung digital vernetzen – für eine intelligente Medizin

Digitale Innovationen bieten Chancen im Gesundheitssystem, um zum Wohle möglichst vieler Patientinnen und Patienten beizutragen. Dafür ist ein konsequentes Zusammenwirken vieler Akteure nötig.

Intelligente Medizin

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Ein besonderer Qualitätssprung in der medizinischen Versorgung wie auch in der Forschung kann erreicht werden, wenn Patientendaten forschungskompatibel zur Verfügung stehen, also die Forschung – bei Zustimmung des Patienten – relevante Versorgungsdaten verwenden kann und diese einrichtungsübergreifend übermittelt werden können. In diesem Sinne können einrichtungsübergreifende elektronische Patientenakten (ePA) wesentlich zu einem vernetzten digitalen Gesundheitswesen beitragen und die Erkenntnisse aus der Forschung wiederum unmittelbar und zielgerichtet in die Behandlung der Patientinnen und Patienten einfließen.

Ziele der Mission

Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, die Leistungsfähigkeit von Gesundheitsforschung und -versorgung mit einem nahtlosen Informationsfluss zwischen den unterschiedlichen Akteuren und Sektoren auf internationalem Niveau weiterzuentwickeln. Gemeinsam mit Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und allen Akteuren der Gesundheitsforschung und  -versorgung wird die Bundesregierung darauf hinarbeiten, dass bis 2025 eine forschungskompatible ePA an allen deutschen Universitätskliniken verfügbar ist. Die Einführung der einrichtungsübergreifenden ePA in die Gesundheitsversorgung ist dafür ein erster wichtiger Schritt. Patientennutzen, Datenschutz und Datensicherheit sind dafür wichtige Voraussetzungen, ebenso wie die Entwicklung gemeinsamer technischer und semantischer Standards.

Aktuelle Meilensteine und Aktivitäten der Bundesregierung

  • Um die Nutzung elektronischer Patientenakten in der Gesundheitsversorgung zügig zu etablieren, wurden mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), das am 11. Mai 2019 in Kraft getreten ist, u. a. gesetzliche Krankenversicherungen verpflichtet, ihren Versicherten ab 2021 eine von der gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte zugelassene elektronische Patientenakte anzubieten. Zur Berücksichtigung der Interessen der Forschung im Zusammenhang mit der elektronischen Patientenakte wurde festgelegt, dass deren Inhalte unter Einbeziehung der maßgeblichen Bundesverbände der Forschung festgelegt werden.
  • Im Rahmen der Medizininformatik-Initiative werden Anwendungsszenarien (Use Cases) zur forschungskompatiblen ePA durchgeführt. Das Fördervolumen beträgt rund 160 Mio. Euro im Förderzeitraum 2018-2021. Zudem liefert das Pilotprojekt DataBox, welches in enger Zusammenarbeit durch das BMG begleitet wird, Vorarbeiten für eine forschungskompatible ePA (Förderzeitraum 01/2018-12/2019). Mit dem DataBox-Projekt soll Patientinnen und Patienten ein Datenraum für ihre individuellen Gesundheitsdaten zur Verfügung gestellt werden.
  • Im Rahmen der Leitinitiative „Digitale FortschrittsHubs Gesundheit– Neue Wege für bessere Forschung und Versorgung im Gesundheitsbereich“ soll unter anderem die Machbarkeit der forschungskompatiblen ePA in der medizinischen Praxis erprobt und ein Mehrwert für Patientinnen und Patienten, medizinisches Fachpersonal und Wissenschaft für definierte Anwendungsfelder (z. B. Krebserkrankungen) überprüft werden. Die Ausschreibung zur Leitinitiative „Digitale FortschrittsHubs Gesundheit“ ist für Ende 2019 geplant.
  • Durch die avisierten Anwendungen der Medizininformatik-Initiative zur Krebsforschung, das DataBox-Projekt sowie die Leitinitiative „Digitale FortschrittsHubs Gesundheit“ können Synergien zur Mission „Krebs bekämpfen“ und „Künstliche Intelligenz in die Anwendung bringen“ geschaffen werden.

Seitens der Bundesregierung sind BMBF und BMG an der Umsetzung der Mission beteiligt.