Gesellschaft

Wir befähigen Menschen zu aktiver Teilhabe und Teilnahme an gesellschaftlichen Fragen

Familie

Ingo Bartussek - Fotolia.de

Digitale Technologien verändern die Art, wie wir uns informieren, miteinander kommunizieren, wie wir lernen, arbeiten und unsere Freizeit verbringen. Digitale Kompetenzen sind unerlässlich für alle Bürgerinnen und Bürger unserer modernen Wissensgesellschaft. Umso wichtiger ist es, Nutzerinnen und Nutzer bei der Technologieentwicklung frühzeitig einzubeziehen und Gelegenheiten zur Vermittlung von Digitalkompetenzen zu nutzen. Mit der Entwicklung technologischer Innovationen müssen wir auch die begleitenden sozialen Prozesse untersuchen. Darüber hinaus müssen wir jenseits technologischer Entwicklungen die Potenziale sozialer Innovationen nutzen.

Wir wollen Offenheit für neue gesellschaftliche Entwicklungen befördern, Neugier auf digitale Technologien wecken und Souveränität im Umgang mit ihnen schaffen. Dabei kommt dem Bildungssystem eine zentrale Rolle zu. Erst eine an den Erfordernissen gesellschaftlicher und technologischer Entwicklungen orientierte Bildung ermöglicht eine aktive Teilhabe und einen selbstbewussten Umgang mit neuen Technologien. Innovative Ansätze insbesondere in der nonformalen und informellen Bildung wollen wir fördern, weiterentwickeln und in die Breite bringen. Deswegen fördern wir Vorhaben der Bildungsforschung mit dem Ziel, zur Entwicklung eines reflexiven Umgangs mit neuen Entwicklungen beizutragen.

Wir werden neue Formen der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern in Wissenschaft und Forschung erproben. Die Bürgerforschung (Citizen Science) werden wir weiter voranbringen, um das Wissen der Vielen nutzbar zu machen. Wir werden – etwa im Rahmen der Wissenschaftsjahre – den offenen Dialog zwischen verschiedenen Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik zu Zukunftsthemen führen und ausbauen.

Wir werden zu ausgewählten Technologiefeldern wie KI, der Anwendung von Big Data-Verfahren oder der Interaktion von Mensch und Technik den Diskurs mit der Gesellschaft intensivieren. Dazu nutzen wir die Plattformen, etwa zu Lernenden Systemen, und das Kompetenzzentrum für öffentliche Informationstechnik zur allgemeinverständlichen interdisziplinären Aufbereitung und politischen Diskussion gesellschaftsrelevanter Technologiethemen. Darüber hinaus setzen wir eine Datenethikkommission ein, die binnen eines Jahres einen Entwicklungsrahmen für Datenpolitik, den Umgang mit Algorithmen, Künstlicher Intelligenz und digitalen Innovationen vorschlagen soll.

Wir nutzen die Potenziale der Gesellschaftswissenschaften.

Eine erfolgreiche zukunftsorientierte Innovationspolitik setzt Beurteilungskompetenzen voraus: Wir müssen Veränderungsprozesse verstehen, um sie aktiv gestalten zu können. Zusammen mit der Förderung von Schlüsseltechnologien werden wir deshalb die sozial- und geisteswissenschaftliche Begleitforschung unterstützen – etwa, um die Digitalisierung und ihre Folgen für Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt und Politik besser zu verstehen, sie zum Wohle der Gesellschaft nutzbar zu machen und Impulse für wissenschaftlich fundierte Debatten zu geben. Wir werden die wissenschaftsbasierte Betrachtung von ethischen, rechtlichen, sozialen und genderspezifischen Aspekten von Forschung und Innovation stärken und auf einen chancenorientierten und verantwortungsvollen Umgang mit wissenschaftlichem und technologischem Fortschritt hinwirken. Zudem werden wir Räume für das kritische Nachdenken über technologische, aber auch über gesellschaftliche Veränderungen schaffen.

Bei der erfolgreichen Gestaltung unserer Zukunft kommt den Geistes- und Sozialwissenschaften eine Schlüsselrolle zu. Wir werden deren Potenziale weiter stärken, um ihr Wissen zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen und zur Lösung drängender gesellschaftspolitischer Probleme einzubringen und damit an der Entwicklung einer offenen, innovationsund zukunftsfähigen Gesellschaft mitzuwirken. Bei der Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der empirischen Bildungsforschung werden die Themen Migration, Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt, Gender-Aspekte, Demokratie und europäische Integration, Sozialstaatsforschung, Radikalisierungsprozesse, Konfliktursachen und -bewältigungsstrategien im Fokus stehen.

In Bezug auf Themenbereiche wie die Sozialstaatsforschung gilt es dabei, insbesondere die Verbreitung interdisziplinärer Ansätze zu stärken. So unterstützt das Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung die Sozialpolitik- und Sozialrechtsforschung in Deutschland in den Disziplinen Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Geschichtswissenschaften, Sozialethik, Politikwissenschaften und Soziologie.Eine unabhängige und leistungsfähige Sozialpolitikforschung ist von hoher Bedeutung für den Sozialstaat Deutschland. Unabhängige und theoretisch fundierte Forschung zu den verschiedenen Aspekten der sozialen Sicherung und gesellschaftlichen Teilhabe kann wichtige Grundlagen für den öffentlichen Diskurs zu Rolle und Funktion des Sozialstaates schaffen. Daher werden wir die sozialpolitische Forschungsinfrastruktur systematisch stärken und dem Rückgang sozialpolitischer Forschung in den verschiedenen Disziplinen entgegenwirken.