Missionen

Unsere Missionen für die Hightech-Strategie 2025 sind fest in den unterschiedlichen Handlungsfeldern verankert. Die hier stehende Reihenfolge ist kein Ranking - alle sind gleichwertig und wichtig.

Krebs bekämpfen.

Wir werden eine Nationale Dekade gegen Krebs ausrufen. Wir werden gemeinsam mit Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und allen Akteuren des Gesundheitssystems darauf hinarbeiten, dass Menschen mit Krebs länger und besser leben können und gleichzeitig die Krebsneuerkrankungen zurückgedrängt werden. Hierzu werden wir die Krebsforschung in Deutschland weiter stärken und dadurch Prävention, Früherkennung, Diagnose und Behandlung voranbringen. Dabei wollen wir die Entwicklung und klinische Validierung neuer präventiver und therapeutischer Strategien ermöglichen. So sollen zum Beispiel für Menschen mit einem deutlich erhöhten Krebsrisiko risikoangepasste Früherkennungsmaßnahmen entwickelt und erprobt werden. Wir wollen die Lebensqualität der Betroffenen verbessern und dabei auch Spätfolgen der Krebserkrankung und -behandlung in den Blick nehmen.

Forschung und Versorgung digital vernetzen – für eine intelligente Medizin.

Die Bundesregierung wird gemeinsam mit Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und allen Akteuren des Gesundheitssystems darauf hinarbeiten, dass bis 2025 eine forschungskompatible, elektronische Patientenakte an allen deutschen Universitätskliniken verfügbar ist. Die in der Gesundheitsversorgung einzuführenden, einrichtungsübergreifenden elektronischen Patientenakten sollen hierfür Unterstützung leisten. Patientennutzen, Datenschutz und Datensicherheit sollen dabei im Mittelpunkt stehen.

Plastikeinträge in die Umwelt substanziell verringern.

Kunststoffe in der Umwelt gefährden Arten und Ökosysteme. Wir stellen die Forschung in umfassender Weise in den Dienst von Gegenmaßnahmen: Bis 2025 werden marktgängige Verfahren etabliert, um Kunststoffe aus biobasierten Grundstoffen nachhaltig herzustellen. Wir werden auch für Kunststoffe die Kreislaufwirtschaft in allen Phasen weiter verbessern durch recyclingfreundliches Design, effizienten Materialeinsatz, hochwertige Kunststoffe aus Recycling, umfassende Sammel- und Sortierungssysteme sowie durch ökologisch sinnvolle Lösungen für Plastik-Verzicht oder -Ersatz. Mit unserer gezielten Unterstützung von Forschung und Entwicklung tragen wir dazu bei, dass die Recyclingrate für Kunststoffabfälle weiter erhöht wird. Mit unserer Forschungsförderung tragen wir ebenfalls dazu bei, die biologische Abbaubarkeit bestimmter Kunststoffe signifikant zu verbessern, so dass ein vollständiger Abbau ohne Gefährdungen für Umwelt und Gesundheit erfolgt. Zusätzlich wollen wir durch partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den am stärksten betroffenen Regionen die weltweite „Plastikvermüllung“ wirksam eindämmen.

Weitgehende Treibhausgasneutralität der Industrie.

Um die ehrgeizigen umwelt- und klimapolitischen Ziele zu erreichen, will die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag ein Förderprogramm Dekarbonisierung in der Industrie auflegen. Der Koalitionsvertrag sieht auch vor, im Rahmen der Energieforschung gezielt öffentliche Mittel zur Entwicklung CO2-armer Industrieprozesse bzw. zur CO2-Kreislaufwirtschaft bereitzustellen. Ein auf die Minderung klimawirksamer industrieller Prozessemissionen ausgerichtetes Forschungs-, Entwicklungs- und Markteinführungsprogramm ist auch bereits im Klimaschutzplan 2050 enthalten. Diese Maßnahmen sollen dem langfristigen Klimaschutzziel der weitgehenden Treibhausgasneutralität, d. h. einer Minderung um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990, und der langfristigen Sicherung des Industriestandortes Deutschland dienen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen stärken und zukunftsfähige Arbeitsplätze in Deutschland schaffen und erhalten. Dabei müssen die langen Investitionszyklen bereits jetzt mitgedacht werden. Zur Entwicklung des geplanten Förderprogramms sind umfassende wissenschaftliche Vorarbeiten, der Dialog mit betroffenen Branchen sowie ein zeitlicher Vorlauf zur Erarbeitung und Abstimmung der Förderrichtlinie sowie zur EU-beihilferechtlichen Notifizierung erforderlich.

Nachhaltiges Wirtschaften in Kreisläufen.

Wir werden gemeinsam mit Wirtschaft, Wissenschaft und Verbrauchern darauf hinarbeiten, Wirtschaftswachstum mit Nachhaltigkeitszielen zu verbinden und die Gesamtrohstoffproduktivität bis 2030 gegenüber 2010 um 30 Prozent zu steigern. Die Materialeffizienz wird bei der Herstellung von Produkten in den Vordergrund gestellt. Gemeinsam mit allen Beteiligten wollen wir den Umbau der traditionell linearen Wirtschaftsweise in eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft intensiv vorantreiben. Innovative Geschäftsmodelle in Verbindung mit der Digitalisierung sollen dabei im Vordergrund stehen.

Biologische Vielfalt erhalten.

Im Zusammenwirken mit Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wollen wir dem Verlust der Biodiversität entgegenwirken. Wir werden eine neue forschungsgetriebene Leitinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt auf den Weg bringen, um so neue Aufmerksamkeit für die Bedeutung und den Wert von biologischer Vielfalt zu erreichen. Mit innovativen Instrumenten und belastbaren Indikatoren soll der Verlust der Artenvielfalt genauer gemessen und bewertet werden. Handlungsoptionen für den politischen und gesellschaftlichen Kontext und innovative Maßnahmen gegen den Verlust der biologischen Vielfalt werden bereitgestellt. Damit wollen wir insbesondere dazu beitragen, das Insektensterben zu stoppen.

Die Batteriezellproduktion in Deutschland aufbauen.

Zur Sicherung der technologischen Souveränität und zur maximalen Abdeckung der Wertschöpfungskette Batterie wollen wir den Aufbau eigener Kapazitäten für die Batteriezellproduktion in Deutschland unterstützen. Wir werden dazu die Batterieforschung weiter vorantreiben und Konsortien mit geeigneten Unterstützungsmaßnahmen bis zur Etablierung einer Zellfertigung begleiten.

Eine sichere, vernetzte und saubere Mobilität.

Der Mobilitätssektor steht am Anfang eines Umbruchs. Die Mobilitätsforschung ist Treiber von neuen Technologien (wie dem autonomen, vernetzten Fahren oder alternativer Antriebe) und Systeminnovationen (wie neuen Dienstleistungen und Infrastrukturen). Wir stellen die Mobilität in den Kontext einer zunehmenden Individualisierung und Diversifizierung des Transportsektors (Stichwort „Multimodalität“), neuer Technologien und (digitaler) Angebote sowie in den Kontext Umwelt- und Klimaschutz.
Wir fördern Investitionen in die Ladeinfrastruktur im Rahmen des Sofortprogramms Saubere Luft. Dabei wird insbesondere der Bereich des „low cost Ladens“ sowie des Ladens in Parkhäusern sowie auf Betriebshöfen adressiert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Abbau von Netzausbauhemmnissen. Auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen werden fortlaufend angepasst. So steht beispielsweise die Überprüfung der europäischen Richtlinie über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (2014/94/EU) in 2020 an und daraus folgen weitere Umsetzungsschritte auf nationaler Ebene.

Gut leben und arbeiten im ganzen Land.

Wirtschaftlicher Strukturwandel und demografische Umbrüche führen zu räumlich und sozial ungleichen Entwicklungen. Ökologische Risiken z. B. durch den Klimawandel verschärfen diese Ungleichgewichte häufig noch zusätzlich. Wir nehmen die Herausforderung an, gleichwertige Lebensverhältnisse für alle zu schaffen. Die Chancen der Digitalisierung sollen gezielt zur Sicherung und Stärkung der Attraktivität peripherer und strukturschwacher Regionen als Arbeits- und Lebensorte genutzt werden. Um die Zukunft unseres Landes und den Strukturwandel erfolgreich zu gestalten, wollen wir auf die regionalen Kompetenzen und Kreativität vor Ort zurückgreifen. Denn das regionale Knowhow und regionale Erfahrungen sind wichtig für den Erfolg. Mit neuen Fördermaßnahmen wirken wir aktiv auf einen innovationsbasierten, nachhaltigen und sozial gerechten Strukturwandel hin. So tragen wir dazu bei, dass Innovationen im Jahr 2025 der wichtigste Treiber für Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand sind – und zwar in allen Regionen Deutschlands.

Technik für den Menschen.

Die Zukunft des Hochtechnologie-Standortes Deutschland hängt entscheidend davon ab, wie gut es gelingen wird, technologische Innovationen für soziale Fortschritte zu nutzen. Wir werden den technologisch-wirtschaftlichen Wandel nutzen, um die Arbeitswelt im Sinne der Menschen gesundheitserhaltend, mit Familie, Pflege und bürgerschaftlichem Engagement vereinbar, sowie unter Berücksichtigung des aktiven Alterns und der Gleichstellung von Frauen und Männern zu gestalten. Dafür müssen die Chancen und Risiken neuer Technologien erforscht und bewertet werden. Dazu gehören beispielsweise digitale Assistenzsysteme, wie Datenbrillen, die Mensch-Roboter-Kollaboration, Exoskelette zur Unterstützung der Beschäftigten bei körperlicher Arbeit, aber auch Lösungen zur flexibleren Organisation von Arbeitsabläufen oder der Unterstützung mobiler Arbeit. Wir werden Arbeit 4.0 durch Arbeitsschutz 4.0 begleiten und ergänzen. Darunter verstehen wir Maßnahmen zur Förderung von Sicherheit und Gesundheit in der digitalisierten Arbeitswelt. Sozial- und gesellschaftspolitische Forschung leistet dabei einen wesentlichen Beitrag.

Künstliche Intelligenz in die Anwendung bringen.

Wir wollen Deutschland und Europa zu einem weltweit führenden Standort für Forschung, Entwicklung und Anwendung im Bereich KI machen und dabei das breite Potenzial von KI als Querschnittstechnologie für eine Vielzahl von Anwendungsfeldern erschließen. Wir wollen die Fachkräftebasis für KI in Deutschland ausbauen, die Zahl der Anwendungsbeispiele von KI in verschiedenen Branchen deutlich erhöhen und eine neue Gründungsdynamik ausgelöst durch KI-basierte Geschäftsmodelle und Produkte entfachen. Unser Ziel ist eine KI nach europäischen Wertmaßstäben, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und die Datensouveränität der Bürgerinnen und Bürger erhält und ausbaut.

Neue Quellen für neues Wissen.

Neue Wege der gemeinsamen Ideenfindung und neue Formen, Wissen zu erwerben und zu teilen, ermöglichen die Neugestaltung und Öffnung von Innovationsprozessen. Wir werden gemeinsam mit Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft darauf hinarbeiten, dass die Möglichkeiten von Open Access, Open Science, Open Data und Open Innovation umfassender genutzt werden. Auf diese Weise wollen wir effektivere Lösungen für gesellschaftliche und technologische Herausforderungen entwickeln und auch unseren Unternehmen schnelleren Zugang zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ermöglichen. Dafür werden wir den Anteil an Open Access Veröffentlichungen in der Wissenschaft signifikant erhöhen und mit einer verstärkten Förderung die Zahl neuer, offenerer Kooperationsformen von Unternehmen wie auch von Akteuren der Zivilgesellschaft mit Einrichtungen der Wissenschaft deutlich steigern. Erfolgsbeispiele wollen wir einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Unser Ziel ist es, durch kluge Vernetzung dazu beizutragen, dass sich Wissen und gute Ideen in unserem Land entfalten können.