Mittelstand

Wir stärken den Gründergeist und die Innovationskraft im Mittelstand

Mittelstand

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Unternehmen sind zentrale Akteure des Innovationsgeschehens. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich durch eine hohe Innovationsorientierung gekennzeichnet ist. Jedoch sinkt die Innovatorenquote – die den Anteil der Unternehmen beschreibt, die innerhalb der letzten drei Jahre Innovationen auf den Markt gebracht haben – in Deutschland seit Jahren. Obwohl 2016 wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen war, ist diese Entwicklung angesichts eines wachsenden Anpassungsdrucks durch neue Technologien, Geschäftsmodelle und Dienstleistungen ernst zu nehmen.

Innovationskraft des Mittelstands stärken.

Gerade Mittelständler sind wichtige Treiber der Innovationskraft unseres Landes. Durch ihre Spezialisierung, ihre starke Kundenbindung, ihre Kooperationen mit Großunternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen sowie ihre Verankerung in der Region tragen sie einen entscheidenden Anteil an der Innovationsfähigkeit Deutschlands. Der Mittelstand führt neue Ideen in Märkte ein und hat einen wichtigen Anteil am Transfer von Forschung in die Anwendung. Mit gestärkten technologie- und themenoffenen Unterstützungsangeboten, die nach dem Bottom-up-Prinzip Impulse aus der Wirtschaft aufgreifen, werden wir die unternehmerische Vielfalt unterstützen und dabei helfen, dass Mittelständler und Startups noch intensiver innovieren. Damit wieder mehr KMU am Innovationsgeschehen teilnehmen, werden wir die Möglichkeiten erweitern, dass Hochschulen und öffentliche Forschungseinrichtungen als zentrale Forschungs- und Innovationspartner für KMU agieren können. Insbesondere die Fachhochschulen spielen mit ihrer anwendungsorientierten Forschung und praxisnahen Ausbildung eine bedeutende Rolle, etwa als Impulsgeber für regionale Forschungs- und Kooperationsnetzwerke mit der forschungsintensiven Wirtschaft. Wir werden deshalb die Förderung der Forschung an Fachhochschulen sukzessive ausweiten. Um den Zugang forschender KMU zu den weltweiten Wissensflüssen und Wertschöpfungsketten zu stärken, werden wir unsere Förderung der Internationalisierung mittelständischer Innovationsaktivitäten weiter ausbauen. Mit markt- und anwendungsorientierten Förderangeboten wird der Mittelstand gezielt dabei unterstützt, seine Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft zu erhalten und zu stärken.

Wir haben uns das ambitionierte Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 gemeinsam mit den Ländern und der  Wirtschaft 3,5 Prozent des BIP in FuE zu investieren. Eine steuerliche Forschungsförderung insbesondere für kleine und mittelgroße Unternehmen, die bei den Personal- und Auftragskosten für Forschung und Entwicklung ansetzt, ist im Koalitionsvertrag vereinbart. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einer den Vorgaben des Koalitionsvertrages entsprechenden steuerlichen Forschungsförderung.

Eine neue Gründerzeit für eine starke Innovationsbasis.

Startups sind wichtige Treiber für Innovationen in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen. Sie bringen neue Technologien in die Märkte und tragen zu wirtschaftlicher Dynamik und Strukturwandel bei. Häufig ist zu beobachten, dass etablierte Unternehmen durch neue Wettbewerber den entscheidenden Anreiz erhalten, ihre Strategien, Produkte und Geschäftsmodelle zu überdenken und so ihre Innovationsbemühungen zu intensivieren. Die Förderung von Startups hilft vielfach dabei, neue industrielle Wachstumskerne zu bilden, und ist damit auch ein zentraler Baustein einer neuen Industriepolitik.

Exzellente Forschung kann ein Grundstein für die Entstehung und den Erfolg innovativer Geschäftsideen sein. Die Förderung von Startups und Gründungen aus der Forschung heraus sowie die Vermittlung unternehmerischer Kompetenzen stehen daher im Fokus. Wir wollen zu einer stärkeren Gründungs- und Verwertungskultur in der Wissenschaft beitragen. In den kommenden Jahren wird es entscheidend sein, neue Ideen aus der anwendungsorientierten Grundlagenforschung noch mehr als bisher zur praktischen Verwertbarkeit zu bringen und so auch unsere ökonomische Basis zu verbreitern.

Mit einer gezielten Gründungsunterstützung wollen wir den komplexen Anforderungen der verschiedenen Entwicklungsphasen der jungen innovativen Unternehmen gerecht werden und komplementäre Instrumente anbieten, die optimal ineinandergreifen. Dazu gehört, bestehende Instrumente zur Finanzierung von Gründung und Wachstum junger Unternehmen fortzuführen, weiterzuentwickeln und um neue Instrumente zu ergänzen. Deshalb wollen wir die Einführung steuerlicher Anreize zur Mobilisierung von privatem Wagniskapital über die bisherige Maßnahmen hinaus prüfen. Zudem werden wir die Zugangshürden zu unseren Förderprogrammen insbesondere für sehr junge innovative Unternehmen senken. Potenziellen Unternehmensgründern mit guten Ideen fehlt es häufig am Zugang zum notwendigen technischen Equipment, zur etablierten Wirtschaft und zu den passenden Netzwerken. Wesentlicher Bestandteil unserer Technologieförderung ist daher die Stärkung von Startup-Ökosystemen durch die Förderung von Gründungsinkubatoren, die Schaffung von Experimentierräumen und Testlaboren sowie die Entwicklung von Technologie-Bausteinen für den niederschwelligen Einstieg. Damit wollen wir auch die Maker-Bewegung stärken und ihre Potenziale für das Innovationsgeschehen heben. Gleichzeitig wollen wir die Beachtung von Nachhaltigkeitsanforderungen bei Gründungen und Förderprogrammen verbessern. Mit einer frühzeitigen Verankerung von Nachhaltigkeit in neu gegründete Unternehmen können Klimaschutz und Aspekte wie Ressourceneffizienz, Beiträge zum Erhalt der Biodiversität und weitere Nachhaltigkeitsbelange in die strategische Ausrichtung junger Unternehmen integriert und über die gesamte Existenz verfolgt werden. So kann erreicht werden, dass die Transformation hin zu einer nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft beschleunigt wird. Insbesondere innovative technologie- und wissensbasierte Gründungen haben anhand ihrer skalierbaren und wachstumsorientierten Geschäftsmodelle ein großes Klimaschutzpotenzial.