Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energie

Wir zeigen Wege in eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise auf.

Rapsfeld + Windrad

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Als eines der wirtschaftlich leistungsfähigsten Länder weltweit hat sich Deutschland in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zu ambitionierten Nachhaltigkeitszielen verpflichtet. Das Übereinkommen von Paris setzt zudem den internationalen Rahmen für eine ehrgeizige deutsche und europäische Klimaschutzpolitik mit dem Ziel der weitgehenden Treibhausgasneutralität bis Mitte des Jahrhunderts. Der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung konkretisiert das deutsche Klimaschutzziel für das Jahr 2030 durch konkrete Minderungsziele in allen Sektoren. Das Leitbild einer nachhaltigen und klimafreundlichen Entwicklung haben wir in unserer Innovationspolitik und zugleich in unserem Bildungssystem fest verankert.

Wir wollen sowohl den heutigen als auch den kommenden Generationen gerecht werden. Dazu ist es unser übergeordnetes Ziel, das Wirtschaftswachstum vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln und damit die Rohstoffproduktivität zu erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir den Übergang zu einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft intensiv vorantreiben. Die Ressourceneffizienz trägt auch zu weiteren Nachhaltigkeitszielen, insbesondere dem Klimaschutz, bei. Damit wirken wir gleichzeitig darauf hin, dass die Weltmarktstellung der deutschen Industrie im Green Tech-Bereich gesichert und ausgebaut wird und nachhaltige Technologielösungen etabliert werden. Als einen Beitrag dazu werden wir durch die Förderung der Bioökonomie den angestoßenen industriellen Strukturwandel hin zu einer nachhaltigen, biobasierten Wirtschaftsweise weiter ausbauen. Der bisherige Fokus, fossile Rohstoffe dort, wo es möglich ist, durch nachhaltig erzeugte nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen, wird erweitert: Ziel ist es, die gesamte Bandbreite biobasierter Verfahrensweisen industriell zu nutzen. Dazu werden wir die erkenntnisgetriebene Grundlagenforschung und die anwendungsnahe Forschung stärken sowie mit der Entwicklung von Zukunftstechnologien eine belastbare technologische Basis für die Bioökonomie realisieren. So sichern und schaffen wir hochwertige Arbeitsplätze in Deutschland. Dabei werden wir das weltweite Bevölkerungswachstum und den damit verbundenen steigenden Bedarf an Nahrung und Fläche sowie den Schutz der Biodiversität berücksichtigen.

Die Energiewende bleibt eine zentrale Aufgabe für Deutschland. Maßgeblich für die Energiepolitik ist das energiepolitische Zieldreieck: Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit. Wir werden unterschiedliche technologische und gesellschaftliche Lösungswege aufzeigen und auch langfristige Optionen in den Blick nehmen. Um Energie klimaschonend, intelligenter und effizienter zu nutzen, werden wir insbesondere die Verknüpfung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr durch zukunftsweisende Konzepte und Geschäftsmodelle weiter vorantreiben. Diese Sektorkopplung ist ein wichtiger Baustein, um das schwankende Angebot erneuerbarer Energien optimal zu nutzen und die Dekarbonisierung auch im Wärme- und Verkehrssektor stärker voranzutreiben. Die Weiterentwicklung von synthetischen Kraftstoffen kann vor allem im Schwerlast-, Schiffs- und Flugverkehr einen wichtigen Baustein für eine klimaneutrale Mobilität darstellen. Hierzu müssen die Rahmenbedingungen weiter angepasst werden.

Mit Forschung und Entwicklung aktivieren wir die Energiewende, die ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft und den Klimaschutz als Innovations- und Investitionsmotor und als Treiber regionaler Strukturentwicklungen. In der Industrie gilt es, insbesondere auch den Umstieg auf erneuerbare Energien zur treibhausgasneutralen Produktion voranzutreiben. Gemeinsam mit Unternehmenspartnern wollen wir neue Technologien und Systeminnovationen entwickeln, pilothaft zum Einsatz bringen und neue Exportchancen für deutsche Technologie- und Systemlösungen eröffnen. Die Nachhaltigkeitsforschung zeigt Wege zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise auf. Wir werden neue nationale und internationale Initiativen zum Erhalt der Artenvielfalt und Ökosysteme starten und die Forschung zum Rückgang der Insektenpopulationen stärken. Spurenstoffe und resistente Keime bedrohen die Versorgung mit sauberem Wasser. Die Bundesregierung wird die ganzheitliche Wasserforschung „von der Quelle bis zur Mündung“ in einem neuen, ressortübergreifenden Programm bündeln, um diese Grundlage des Lebens zu erhalten. Wir wollen die Potenziale der Digitalisierung für die Nachhaltigkeitsforschung erschließen und werden die Entwicklung von Lösungen und Datenräumen für Big Data unterstützen.

Grundlage einer exzellenten Nachhaltigkeitsforschung sind leistungsstarke Infrastrukturen und innovative Softwarelösungen für deren Nutzung. Wir werden die internationale Sichtbarkeit und Wirksamkeit der deutschen Küsten-, Meeres- und Polarforschung gemeinsam mit den norddeutschen Ländern weiter erhöhen. Die Klimaforschung werden wir ausbauen, insbesondere um neue Impulse für das Monitoring der Quellen und Senken der Treibhausgase und die Voraussage regionaler Klimarisiken zu setzen. Die in diesem Bereich weiter steigenden riesigen Datenvolumina globaler Messsysteme und globaler Modellierung werden auch in Zukunft technologische Entwicklungsmaßstäbe setzen.

Nachhaltige Entwicklung ist eine globale Aufgabe. Mit dem Weltklimarat (IPCC) und dem Weltrat für Biologische Vielfalt (IPBES) fördert die Bundesregierung internationale Strukturen für die politische Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Wir werden neue internationale Energiepartnerschaften mit Afrika und in Europa starten und der Forschung für Nachhaltigkeit auf europäischer Ebene neues Gewicht verleihen. Wir setzen uns dafür ein, dass die UN-Nachhaltigkeitsziele 2030 (UN Sustainable Development Goals, SDGs) und das Übereinkommen von Paris im neuen EU-Forschungsrahmenprogramm verankert sind. Zudem setzen wir uns auch weiterhin für eine ambitionierte Umsetzung der Agenda 2030 auf europäischer Ebene ein.

Unsere Mission: Weitgehende Treibhausgasneutralität der Industrie.

Um die ehrgeizigen umwelt- und klimapolitischen Ziele zu erreichen, will die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag ein Förderprogramm Dekarbonisierung in der Industrie auflegen. Der Koalitionsvertrag sieht auch vor, im Rahmen der Energieforschung gezielt öffentliche Mittel zur Entwicklung CO2-armer Industrieprozesse bzw. zur CO2-Kreislaufwirtschaft bereitzustellen. Ein auf die Minderung klimawirksamer industrieller Prozessemissionen ausgerichtetes Forschungs-, Entwicklungs- und Markteinführungsprogramm ist auch bereits im Klimaschutzplan 2050 enthalten. Diese Maßnahmen sollen dem langfristigen Klimaschutzziel der weitgehenden Treibhausgasneutralität, d. h. einer Minderung um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990, und der langfristigen Sicherung des Industriestandortes Deutschland dienen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen stärken und zukunftsfähige Arbeitsplätze in Deutschland schaffen und erhalten. Dabei müssen die langen Investitionszyklen bereits jetzt mitgedacht werden. Zur Entwicklung des geplanten Förderprogramms sind umfassende wissenschaftliche Vorarbeiten, der Dialog mit betroffenen Branchen sowie ein zeitlicher Vorlauf zur Erarbeitung und Abstimmung der Förderrichtlinie sowie zur EU-beihilferechtlichen Notifizierung erforderlich.

Unsere Mission: Plastikeinträge in die Umwelt substanziell verringern.

Kunststoffe in der Umwelt gefährden Arten und Ökosysteme. Wir stellen die Forschung in umfassender Weise in den Dienst von Gegenmaßnahmen: Bis 2025 werden marktgängige Verfahren etabliert, um Kunststoffe aus biobasierten Grundstoffen nachhaltig herzustellen. Wir werden auch für Kunststoffe die Kreislaufwirtschaft in allen Phasen weiter verbessern durch recyclingfreundliches Design, effizienten Materialeinsatz, hochwertige Kunststoffe aus Recycling, um-fassende Sammel- und Sortierungssysteme sowie durch ökologisch sinnvolle Lösungen für Plastik-Verzicht oder -Ersatz. Mit unserer gezielten Unterstützung von Forschung und Entwicklung tragen wir dazu bei, dass die Recyclingrate für Kunststoffabfälle weiter erhöht wird. Mit unserer Forschungsförderung tragen wir ebenfalls dazu bei, die biologische Abbaubarkeit bestimmter Kunststoffe signifikant zu verbessern, so dass ein vollständiger Abbau ohne Gefährdungen für Umwelt und Gesundheit erfolgt. Zusätzlich wollen wir durch partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den am stärksten betroffenen Regionen die weltweite „Plastikvermüllung“ wirksam eindämmen.

Unsere Mission: Nachhaltiges Wirtschaften in Kreisläufen

Wir werden gemeinsam mit Wirtschaft, Wissenschaft und Verbrauchern darauf hinarbeiten, Wirtschaftswachstum mit Nachhaltigkeitszielen zu verbinden und die Gesamtrohstoffproduktivität bis 2030 gegenüber 2010 um 30 Prozent zu steigern. Die Materialeffizienz wird bei der Herstellung von Produkten in den Vordergrund gestellt. Gemeinsam mit allen Beteiligten wollen wir den Umbau der traditionell linearen Wirtschaftsweise in eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft intensiv vorantreiben. Innovative Geschäftsmodelle in Verbindung mit der Digitalisierung sollen dabei im Vordergrund stehen.

Unsere Mission: Biologische Vielfalt erhalten.

Im Zusammenwirken mit Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wollen wir dem Verlust der Biodiversität entgegenwirken. Wir werden eine neue forschungsgetriebene Leitinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt auf den Weg bringen, um so neue Aufmerksamkeit für die Bedeutung und den Wert von biologischer Vielfalt zu erreichen. Mit innovativen Instrumenten und belastbaren Indikatoren soll der Verlust der Artenvielfalt genauer gemessen und bewertet werden. Handlungsoptionen für den politischen und gesellschaftlichen Kontext und innovative Maßnahmen gegen den Verlust der biologischen Vielfalt werden bereitgestellt. Damit wollen wir insbesondere dazu beitragen, das Insektensterben zu stoppen.