Netzwerke

Wir setzen neue Impulse für den weltweiten Wissensaustausch

Geschäftsleute

anyaberkut - Thinkstock

Die Basis für gute Ideen „Made in Germany“ sind unser starkes Wissenschaftssystem mit seinen leistungsstarken Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie eine wettbewerbsfähige, innovative Wirtschaft. Mit dem Pakt für Forschung und Innovation gewähren Bund und Länder den Wissenschaftsorganisationen Planungssicherheit durch jährliche Steigerungen in der institutionellen Förderung: Den vereinbarten Aufwuchs von 3 Prozent pro Jahr trägt die Bundesregierung bis 2020 alleine. Gleichzeitig verpflichten sich die Paktpartner auf Ziele, die sie voranbringen wollen (z. B. das Aufgreifen neuer Themenfelder, die Gewinnung der besten „Köpfe“ für Wissenschaft und Forschung, die Bereitstellung exzellenter Infrastrukturen, einen schnellen und umfassenden Ideen-, Wissens- und Technologietransfer oder gezielte Ansprache exzellenter Ideenträger sowohl in der Wissenschaft als auch in der Wirtschaft).

Auch andere große Bund/Länder-Programme werden wir in den kommenden Jahren gemeinsam mit den Ländern weiterentwickeln. Gewichtige Beispiele reichen von der Nachfolge des Hochschulpakts 2020 und des Qualitätspakts Lehre über die Personalgewinnung und -entwicklung an Fachhochschulen bis hin zur Förderung von Forschungsbauten an Hochschulen oder des Nationalen Hochleistungsrechnens. Hinzu kommt die Exzellenzstrategie, mit der Bund und Länder an die erfolgreiche Exzellenzinitiative anknüpfen und Universitäten erstmals dauerhaft durch die Förderung von wissenschaftlichen Spitzenleistungen, Profilbildung und Kooperationen im Wissenschaftssystem stärken.

Die Dynamik in Wissenschaft, Forschung und Entwicklung treiben wir mit der strategischen und inhaltlichen Verknüpfung von institutioneller Förderung und Projektförderung sowie der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft im Rahmen bedarfsgerechter Forschungsaufträge voran. Verbundprojekte sind zentrale Instrumente unserer Forschungsförderung, wenn es darum geht, Forschungsergebnisse in neue Wertschöpfung und steigende Lebensqualität zu übersetzen: Durch Kooperationsprojekte von Wissenschaft und Wirtschaft wie auch Gesellschaft bringen wir Innovationen effektiver und effizienter auf den Markt und zu den Menschen – die Beteiligung von Universitäten und Fachhochschulen sichert gleichzeitig den Bedarf an Spitzenkräften in innovativen Forschungs- und Wirtschaftsbereichen. Das Zusammenspiel der Akteurinnen und Akteure im Innovationsgeschehen mit ihren spezifischen Stärken und Profilen werden wir fördern und durch strukturbildende Maßnahmen wie Cluster, Netzwerke, Kompetenzzentren oder Innovationslabore weiter stärken.

Wir schaffen die Grundlagen für die Zusammenarbeit in innovativen Netzwerken.

Durch Digitalisierung und Globalisierung verändern sich die Art und die Geschwindigkeit von Forschung und Innovation, Kommunikation und Kooperation. Für die einzelnen Forscherinnen und Forscher, Unternehmerinnen und Unternehmer wird es immer wichtiger, ihre Position in komplexen, globalen Wissens- und Wertschöpfungsnetzwerken zu definieren und zu behaupten. Dabei sind regionale, vertrauensbasierte Beziehungen und die globale Vernetzung und Arbeitsteilung zwei Seiten derselben Medaille: Innovation ist heute Gemeinschaftsarbeit.

In der digital vernetzten Welt ist der kontrollierte Austausch von Daten, Informationen und Wissen eine Grundvoraussetzung für das wissenschaftliche Arbeiten. Die umfassende Nutzung von Forschungsdaten ermöglicht die Beantwortung neuer, auch multidisziplinärer wissenschaftlicher Fragen. Für die Nutzung von Daten müssen international anschlussfähige Lösungen gefunden werden. Um unsere Wettbewerbsfähigkeit in einer datengetriebenen Wissenschaft und Wirtschaft zu sichern, ergänzen wir unsere Förderung durch übergreifende Infrastruktur-Ansätze wie den Aufbau einer nationalen Forschungsdateninfrastruktur sowie einer European Open Science Cloud.

Der Zugang zu Forschungsinfrastrukturen und Technologien ist eine der zentralen Voraussetzungen für exzellente Grundlagenforschung, technologischen Fortschritt und die Erschließung von neuen Forschungsgebieten. Mit tragfähigen, vernetzten Infrastrukturen werden wir den institutionenübergreifenden Zugang zu Rechnerkapazitäten, großen Forschungsinfrastrukturen und den jeweils neusten Technologien sicherstellen. Damit wollen wir auch zur Qualitätssicherung, Standardisierung und zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses beitragen. Die Einbindung der Nutzer in die Weiterentwicklung von Forschungsinfrastrukturen, insbesondere Hochschulen sowie Industrie- und Wirtschaftsunternehmen, fördert die optimale Ausnutzung der Infrastrukturen, bietet einen hervorragenden Rahmen für hochqualifizierte Aus- und Weiterbildung und gewährleistet eine innovative Instrumentierung und Methodik. Mit dem Instrument des nationalen Roadmap-Prozesses zur Priorisierung von Forschungsinfrastrukturen und in internationaler Zusammenarbeit werden wir den Aufbau komplexer und kostenintensiver Forschungsinfrastrukturen für alle Wissenschaftsgebiete ermöglichen. Unsere Maßstäbe dafür sind hohe wissenschaftliche Qualität, eine wirtschaftlich belastbare Planung und große gesellschaftliche Bedeutung.

Für die Breite der deutschen Innovatoren ist es zudem wichtig, technologie- und themenoffene Unterstützung für Netzwerke in einer Vielzahl von selbst gesteckten Innovationsfeldern zu erhalten. Diesen erfolgreichen Ansatz wollen wir nicht nur über die Grenzen von Branchen und Fachgebieten hinweg, sondern auch verstärkt über die nationalen Grenzen hinaus anbieten.

Wir setzen auf europäische und internationale Innovationspartnerschaften.

Als Forschungs- und Innovationsstandort ist es für Deutschland essenziell, in weltweite Wissensströme und Wertschöpfungsketten integriert zu sein. Eine gelungene internationale Vernetzung bedeutet einen unmittelbaren
Wettbewerbsvorteil. Mit der Strategie zur Internationalisierung von Bildung, Wissenschaft und Forschung gestaltet die Bundesregierung diesen Weg aktiv. Mit der Internationalisierung der Hightech-Strategie 2025 fördert die Bundesregierung Exzellenz durch weltweite Kooperation, stärkt Deutschlands Innovationskraft und adressiert globale Herausforderungen. Ein wichtiges Element dabei ist die Schaffung von ressortübergreifenden Synergieprojekten, die im Rahmen des Runden Tisches der Bundesregierung „Internationalisierung von Bildung, Wissenschaft und Forschung“ entwickelt werden. Auch die Deutschen Wissenschafts- und Innovationshäuser leisten einen wesentlichen Beitrag für die internationale Vernetzung des Hightech-Standortes Deutschland.

In Europa werden wir uns dafür einsetzen, die Bildungs- und Forschungszusammenarbeit stärker zu verknüpfen, um die Basis des Zusammenlebens in einer friedlichen und leistungsfähigen Europäischen Union zu stärken. Wir werden neue Akzente für den Europäischen Forschungsraum und die Innovationsunion setzen und den Aufbau eines Europäischen Innovationsrates unterstützen. Forschungsthemen von europäischem Mehrwert wollen wir gemeinsam voranbringen. Wir werden neue Instrumente entwickeln, um die Unterschiede in der Innovationskraft der europäischen Mitgliedstaaten zu verringern und um die (potenziellen) EU-Beitrittskandidaten an den Europäischen Forschungsraum heranzuführen. Hier setzen wir vor allem auf den Ausbau wissenschaftlicher Exzellenz und die Stärkung der Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. So wollen wir Zusammenhalt, Wettbewerbsfähigkeit und Reformbereitschaft der Forschungs- und Innovationssysteme Europas steigern. Deutschland spricht sich für einen EU-Finanzrahmen aus, dessen Aufgabenstruktur sich noch stärker auf aktuelle Prioritäten, Zukunftsthemen, wie Bildung, Forschung und Innovation sowie europäischen Mehrwert ausrichtet. Darüber hinaus wollen wir gemeinsam mit Innovationsführern und starken Partnern in Europa, wie z. B. Skandinavien, Frankreich und den Niederlanden, Zukunftsthemen vorantreiben, insbesondere im Bereich der Digitalisierung und der Schlüsseltechnologien.

Wir nehmen unsere globale Verantwortung durch Wissens- und Innovationspartnerschaften mit führenden Wissenschaftsnationen und internationalen Organisationen wahr, um kreative Potenziale zum gemeinsamen Nutzen weiter zu entfalten. Wir stärken die Forschung zur globalen Gesundheit, sowohl in Entwicklungs- als auch in Industrieländern. Wir bauen die internationale Forschung zur nachhaltigen Landnutzung und zum Klimaschutz aus, um gemeinsam Lebensbedingungen in verschiedenen Weltregionen zu verbessern. Fluchtursachen müssen vor Ort bekämpft werden. Wir unterstützen den Aufbau moderner Berufsbildungs- und Wissenschaftssysteme, insbesondere in afrikanischen Ländern. Wir werden mit unseren Partnern in Entwicklungsländern verstärkt Wissenstransfer und Innovation an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wie auch Gesellschaft fördern, Netzwerk- und Clusterinitiativen ausbauen. Wir betreiben Raumfahrt in nachhaltiger internationaler Zusammenarbeit, vor allem durch unser großes Engagement in der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA, aber auch in bilateralen Kooperationen. Mit Hilfe dieser internationalen Kooperationen bündeln wir unsere Ressourcen und können so Projekte verwirklichen, die weder für uns noch für unsere Partner alleine umsetzbar wären. Raumfahrtprojekte wie die Internationale Raumstation ISS sind zudem Instrumente für eine auf ein friedliches Zusammenleben ausgerichtete Außenpolitik.

Deutschland wird internationale Initiativen vorantreiben und sich in angemessenem Umfang beteiligen. Dabei werden wir Kooperationsinteressen internationaler Partner und die Arbeitsmöglichkeiten und Interessen deutscher Unternehmen und zivilgesellschaftlicher Akteure in einer angemessenen Balance halten.

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