Neue Quellen für neues Wissen

Neue Quellen - Neues Wissen

Ralf Rebmann/Wissenschaft im Dialog

Mit digitalen Technologien ist es möglich, in kürzester Zeit auf vorhandenes Wissen zuzugreifen, sich an der Schaffung von Wissen zu beteiligen und Wissen in Wertschöpfung zu übersetzen. Dies birgt große ökonomische und gesellschaftliche Potenziale. Die strategische Öffnung von Wissenschaft und Innovation kann eine Antwort auf die Anforderungen eines sich dynamisch entwickelnden, digitaler werdenden Innovationssystems sein. Gleichzeitig benötigen Unternehmen jedoch auch weiterhin geschützte Räume, um mit ihren Partnerinnen und Partnern aus Wissenschaft und Gesellschaft neue Verwertungsstrategien erproben zu können und spezifisches Wissen und Kernkompetenzen zu entwickeln. Die zentrale Herausforderung ist es, den kulturellen und institutionellen Wandel unter dem Paradigma der neuen Offenheit gewinnbringend zu gestalten und dabei einen schonenden Interessenausgleich zwischen den Vorteilen offener Innovationsformen und individuellen Verwertungsinteressen herbeizuführen.

Ziele der Mission

Zusammen mit allen relevanten Akteuren soll eine offene Innovationskultur entwickelt und deren Potenziale und Grenzen ausgelotet werden. Teil davon ist es, die Möglichkeiten von Open Access, Open Science, Open Data und Open Innovation umfassender zu nutzen. Auf diese Weise wollen wir effektivere Lösungen für gesellschaftliche und technologische Herausforderungen entwickeln und auch unseren Unternehmen schnelleren Zugang zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ermöglichen. Dafür werden wir den Anteil an Open Access-Veröffentlichungen in der Wissenschaft signifikant erhöhen und mit einer verstärkten Förderung die Zahl neuer, offenerer Kooperationsformen von Unternehmen wie auch von Akteuren der Zivilgesellschaft und Bürgerinnen und Bürgern mit Einrichtungen der Wissenschaft deutlich steigern. Erfolgsbeispiele wollen wir einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Wir werden Wissenschaft und Wirtschaft das experimentelle Umfeld bieten, sich für neue Wege der Gewinnung, der Verbreitung und des Austauschs von Wissen zu öffnen und neue Akteure in die Innovationsprozesse einzubinden.

Aktuelle Meilensteine und Aktivitäten der Bundesregierung

Zur Etablierung einer offenen Innovationskultur tragen zahlreiche Maßnahmen bei:

  • Förderansätze der Bundesregierung wie der Spitzencluster-Wettbewerb, die Maßnahme „Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken“, das Exzellenzprogramm „go-cluster“, die Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ und die Förderinitiative „Forschungscampus“ stehen in der Tradition einer Innovationskultur, die den wechselseitigen Austausch und die innovationsorientierte Zusammenarbeit von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen verschiedener Größenklassen und Branchen gezielt fördert, dabei nachhaltige Strukturen schafft und auch gesellschaftliche Akteure einbindet. Eine offene Innovationskultur wird dort vielfach bereits vorgelebt.
  • So vereinen bspw. die derzeit knapp 90 bundesweit leistungsfähigsten Clustermitglieder des Exzellenzprogramms „go-cluster“ rund 15.000 Akteure: darunter mehr als 10.000 KMU, 450 hoch innovative Startups, 2.000 Großunternehmen, 1.000 Lehrstühle und Institute an Universitäten, 550 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie weitere Organisationen.
  • Die Zukunftscluster-Initiative wird aufbauend auf diesen positiven Erfahrungen frühe Innovationsphasen adressieren, damit aus Spitzenforschung an der Schwelle zur Anwendung Spitzencluster von morgen werden können. Ein Teil des Budgets je Zukunftscluster wird dabei für innovationsbegleitende Aktivitäten wie die Entwicklung einer offenen Innovationskultur reserviert. Auch in der Programmfamilie „Innovation & Strukturwandel“ werden Open Innovation-Ansätze gefördert.
  • Weiterhin werden 13 Citizen Science-Projekte, in denen Bürger neues Wissen schaffen, gefördert.
  • In Umsetzung der Open-Access-Strategie des BMBF werden innovative Projekte gefördert, mit denen die Verankerung von Open Access in der Breite der deutschen Wissenschaft weiter gestärkt wird.
  • Förderbekanntmachungen und Förderbescheide einzelner Ressorts enthalten eine Open-Access-Klausel, mit der die Zuwendungsempfänger verpflichtet werden, ihre Publikationen aus geförderten Projekten (auch) im Wege des Open Access zugänglich zu machen.
  • Der Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) ist ein zentrales Vorhaben, um den wissenschaftlichen Datenraum zu erschließen, die Standardbildung voran zu treiben und die (Nach-)Nutzung von Forschungsdaten deutlich auszubauen. Dies eröffnet große Potenziale für neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Innovationen.
  • Im Rahmen der Umsetzung der Netzstrategie 2030 für die öffentliche Verwaltung werden Innovationen und Schlüsseltechnologien im Bereich der Netzwerk- und Sicherheitstechnologien gefördert. Der Bund wird einen Regelprozess zur Identifikation und Bewertung von Innovationen und Trends etablieren. Für die flächendeckende Nutzung von Innovationen wird eine Integrationsplattform bereitgestellt.
  • Eine offene Innovationskultur braucht mehr Freiräume zum Experimentieren. Durch die Reallabor-Strategie werden mit Reallaboren als Testräumen für Innovation und Regulierung neue Möglichkeiten für die Erprobung digitaler Innovationen geschaffen. Gleichzeitig wird neues Wissen generiert, um über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Innovationen zu lernen und Antworten für eine angemessen Regulierung der Zukunft zu finden.

Seitens der Bundesregierung sind BMBF und BMWi an der Umsetzung der Mission beteiligt.