Plastikeinträge in die Umwelt substanziell verringern

Plastikmüll ist ein globales Umweltproblem mit nicht abzusehenden ökologischen Folgen. Trotz zahlreicher Aktivitäten und Ansätze gibt es bisher nur wenige gesicherte Erkenntnisse über die Eintragspfade, Verbreitungswege und Auswirkungen von Plastik auf Tiere und Menschen.

Plastik vermeiden

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Für alle Bereiche des Plastikkreislaufs, von Produktion, Konsum, Recycling bis zu Verschmutzung der Binnengewässer und Meere bedarf es Forschung, um Wissenslücken zu schließen und wirksame Gestaltungshebel zu entwickeln. Es geht jedoch auch darum, den sorglosen Umgang mit Plastik zu verändern und die Akzeptanz von Substituten zu prüfen. Gesellschaftspolitische Fragen nehmen daher eine wichtige Rolle ein, u. a. die Gestaltung der politischen Agenda, Initiierung unternehmerischen Handelns, Breitenwirksamkeit und Sensibilisierung in der Bevölkerung.

Ziele der Mission

Die Mission verfolgt das Ziel, Plastikeinträge in die Umwelt substanziell zu verringern. Im Rahmen der Mission sollen die Aktivitäten der beteiligten Ressorts zusammengebracht werden, um die Umsetzung der erzielten Forschungsergebnisse zu befördern. Um eine Verringerung von Plastikeinträgen in die Umwelt zu erreichen, ist die Bearbeitung folgender Kernpunkte vorgesehen:

  • Die Identifizierung von Eintragsschwerpunkten und Strategien zur Verminderung und Vermeidung des Eintrags sowie zur Entfernung des (Mikro-)Plastiks (u. a. Materialentwicklung, Eliminationsverfahren).
  • Die Verbesserung der Kreislaufwirtschaft (u. a. recyclingfreundliches Design, Entwicklung neuer Recyclingtechnologien und -verfahren, hochwertige Recyclingprodukte).
  • Die Entwicklung ökologisch sinnvoller Lösungen für Plastikverzicht oder -ersatz.
  • Die signifikante Verbesserung der biologischen Abbaubarkeit bestimmter Kunststoffe.
  • Die nachhaltige Herstellung von Kunststoffen aus biobasierten Grundstoffen.
  • Die Förderung der Bewusstseinsbildung für die Plastik-Problematik bei der Bevölkerung.

Aktuelle Meilensteine und Aktivitäten der Bundesregierung

Mit dem G7-Aktionsplan gegen die Vermüllung der Meere von 2015 und dem G20 Action Plan on Marine Litter aus dem Jahr 2017 wurde das Thema Plastik in der Umwelt als weltweites Problem, das sich besonders in einem wachsenden Plastikmüllaufkommen im Meer zeigt, international anerkannt. Die japanische G20-Präsidentschaft verfolgt mit der auf dem G20 Gipfel in Japan im Juli 2019 verabschiedeten Osaka Blue Ocean Vision das Ziel, die zusätzliche Verschmutzung der Meere durch Plastikabfälle bis 2050 auf null zu reduzieren, indem ein umfassender lebenszyklusorientierter Ansatz verfolgt wird, der die Verringerung des Eintrags schlecht entsorgter Plastikabfälle durch eine verbesserte Abfallwirtschaft und innovative Lösungen umfasst und gleichzeitig der wichtigen Rolle von Plastik für die Gesellschaft Rechnung trägt.

Die Bedeutung des Themas nimmt auch auf EU-Ebene zu: Die EU-Kunststoffstrategie 2018 kann als Startpunkt für EU-weite Maßnahmen zur Plastikvermeidung gesehen werden. Weiterhin hat die EU mit der Verabschiedung der Einweg-Plastik-Richtlinie im Mai 2019 eine neue rechtliche Grundlage für einen nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen geschaffen.

Seitens der Bundesregierung sind BMBF, BMU, BMEL, BMJV, BMWi und BMZ an der Umsetzung der Mission beteiligt. Die Bundesregierung unterstützt das Missionsziel durch folgende Aktivitäten:

  • Der bis 2021 laufende Forschungsschwerpunkt „Plastik in der Umwelt – Quellen – Senken – Lösungsansätze“ realisiert 20 Verbundprojekte mit insgesamt mehr als 100 Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis. Er verfolgt das Ziel, eine systemische Betrachtungsweise anzustoßen, um das Verhalten von Plastik in der Umwelt besser zu verstehen. Zur Unterstützung des Ergebnistransfers in die Praxis wurde ein Begleitkreis mit Vertretern aus Bund, Ländern, Kommunen und NGOs eingerichtet.
  • An dem 2018 gestarteten Förderaufruf im Rahmen der europäischen Joint Programming Initiative Healthy and Productive Seas and Oceans beteiligen sich vierzehn europäische Länder und Brasilien. Hier werden ab 2020 Verbünde gefördert, die Methoden zur Analyse von kleineren Partikel (< 10 µm) sowie schnellere Messmethoden und praxistaugliche Monitoringstrategien entwickeln.
  • Im November 2018 wurde ein 5-Punkte-Plan zur Vermeidung von Plastik vorgelegt, der auf die Vermeidung von überflüssigen Produkten und Verpackungen, umweltfreundliche Gestaltung von Verpackungen und Produkten, schrittweise Erhöhung der Recyclingquoten für Kunststoffverpackungen, Verringerung des Eintrags von Plastik im Bereich Bioabfälle sowie Unterstützung des Exports von Technologien gegen die Vermüllung der Meere hinwirkt.
  • Das am 1. Januar 2019 erlassene Verpackungsgesetz hat das Ziel, die Recycling-Quoten von Verpackungsmaterialien zu erhöhen und anfallenden Verpackungsmüll zu reduzieren.
  • Die Förderung von FuE zu biobasierten Kunststoffen ist Bestandteil der Forschungsstrategie zur Bioökonomie, wie bspw. im Rahmen der strategischen Allianz „ZeroCarbFP“. Sie entwickelt innovative Verfahren zur biotechnologischen Synthese von Intermediaten für die Kunststoffindustrie. Zudem befindet sich eine neue Fördermaßnahme zur biologischen Abbaubarkeit von Kunststoffen in Vorbereitung.
  • Synergien bestehen zu der Mission „Nachhaltiges Wirtschaften in Kreisläufen“. Das Forschungskonzept „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft“ adressiert u. a. Kunststoffe als einen prioritären Stoffstrom für die Kreislaufwirtschaft.