Plastikeinträge in die Umwelt substanziell verringern

Der Eintrag von Kunststoffen (z. B. in Form von Plastikmüll oder umweltoffenen Anwendungen) ist ein zunehmendes Umweltproblem mit nicht abzusehenden ökologischen Folgen.

Plastik vermeiden

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Unsere Mission

Kunststoffe in der Umwelt gefährden Arten und Ökosysteme. Wir stellen daher gemeinsam Forschung und Innovation in umfassender Weise in den Dienst von Gegenmaßnahmen: Wir werden auch für Kunststoffe die nachhaltige Kreislaufführung in allen Phasen weiter verbessern. Mit der Entwicklung von bio-basierten und tatsächlich biologisch abbaubaren Kunststoffen sollen unverzichtbare Kunststoffanwendungen nachhaltiger gestaltet und potentielle Auswirkungen von unvermeidbaren Einträgen in die Umwelt minimiert werden. Zur nachhaltigeren Gestaltung des Umgangs mit Kunststoffen ist die verstärkte Sensibilisierung für die Problematik in der Bevölkerung zwingend erforderlich. Zusätzlich wollen wir durch partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den am stärksten betroffenen Regionen die weltweite Plastikvermüllung wirksam eindämmen.

Ziele

Übergreifendes Ziel ist, die Plastikeinträge in die Umwelt zu reduzieren. Als Voraussetzung dafür wird ein Gesamtbild des Vorkommens und der Umweltwirkungen von Kunststoffen entlang ihrer Wertschöpfungskette von der Produktion über die Nutzung bis zur Entsorgung benötigt, welches ausgehend von den bisherigen Erkenntnissen in den nächsten Jahren zu vervollständigen ist. Hierbei sind auch die Anwendungen von Kunststoffen zu berücksichtigen, die einerseits absichtlich in die Umwelt gelangen wie z. B. durch die Landwirtschaft oder als langlebige Bestandteile von Infrastrukturen und andererseits solche, bei denen während der Nutzungsphase Plastikpartikel unkontrolliert freigesetzt werden wie z.B. Reifen- und Straßenabrieb (Mikroplastik). Nur durch das systemische Wissen sowie die Kenntnis der komplexen Zusammenhänge und gegenseitigen Abhängigkeiten können geeignete Maßnahmen und Entscheidungen zur Verminderung und Vermeidung von Plastikeinträgen in die Umwelt getroffen werden.

In unterschiedlichen Bereichen sind hierbei noch offene Fragestellungen zu bearbeiten und Lösungen zu entwickeln: 

  • Mikroplastik (MP) stellt eine besondere Herausforderung bei den Kunststoffemissionen in die Umwelt dar. Für ein wirksames Risikomanagement sind Kenntnisse erforderlich zum Vorkommen und Verhalten von Mikroplastik in der Umwelt sowie zu möglichen Beeinträchtigungen oder Gefährdungen. Mit der Weiterentwicklung von Analyseverfahren werden in den nächsten Jahren die Voraussetzungen für eine Harmonisierung der Messmethoden und für ein zukünftiges Monitoring der Mikroplastikbelastung in der Umwelt geschaffen. Als Grundlage für eine Bewertung des Gefährdungspotenzials von MP wird die Forschung zu den Risiken für Mensch und Tiere, für die sowohl die Eintragswege und -mengen als auch die Verweildauer und der Abbau von Plastik (u.a. Freisetzung der Additive) in der Umwelt entscheidend sind, weiter vorangebracht.
  • Mit gezielter Unterstützung von Forschung und Entwicklung soll auch für Kunststoffe die Kreislaufwirtschaft (inkl. der Abfallvermeidung) in allen Phasen weiter verbessert werden.  Maßnahmen umfassen recyclinggerechtes Design, intelligente Nutzungskonzepte, effizienten Materialeinsatz, funktionierende Infrastrukturen (u.a. optimierte Sammel- und Sortierungssysteme) und, innovative Recyclingverfahren (z.B. optimiertes werkstoffliches oder chemisches Recycling sowie kombinierte Verfahren).  Durch die Erzeugung qualitativ und ökonomisch wertvoller hochwertiger Kunststoffe aus Recycling lassen sich so auch Rezyklate effektiver nutzen und mehr Recyclingprodukte in die Anwendung bringen. Damit sollen weitere wichtige Beiträge geleistet werden, um ein hochwertiges und ökologisch sinnvolles Recycling von Kunststoffabfällen aller Art voranzubringen.
  • Eine signifikante Verbesserung der biologischen Abbaubarkeit bestimmter Kunststoffe für spezielle Anwendungen soll erreicht werden, insbesondere in umweltoffenen Anwendungen, die einen raschen und vollständigen Abbau ohne Gefährdungen für Umwelt und Gesundheit erfordern. Dies darf jedoch nicht dazu führen, dass bioabbaubares Plastik dann vermehrt in die Umwelt gelangt, da die Umgebung großen Einfluss auf dessen Abbaubarkeit hat. Zudem ist eine mögliche Bioabbaubarkeit von Kunststoffen immer auch gegen ihre Recyclingfähigkeit abzuwägen. Durch die Etablierung von marktgängigen Verfahren bis 2025, um Kunststoffe aus biobasierten Grundstoffen nachhaltig herzustellen, kann es gelingen, nicht erneuerbare Ressourcen einzusparen und den Carbon Footprint von Plastik zu verringern. Mit Hilfe vergleichender Lebenszyklusanalyse müssen dabei die nachhaltigsten Lösungen gefunden werden.
  • Ein verändertes Verbraucherverhalten, ein verantwortungsvollerer Umgang mit Plastik und die stärkere Akzeptanz von ökologisch sinnvollen Substituten beim Verbraucher wird den unkontrollierten Eintrag von Plastik in die Umwelt reduzieren. Die Umsetzung von Forschungsergebnissen in Bildungs- und Aufklärungskonzepte, um in der Bevölkerung Vertrauen in notwendige Maßnahmen und Vorgaben zu erwerben und Bewusstsein zu schaffen, ist dabei ebenso zentral wie die Integration dieses Themas in die Aus- und Weiterbildung und damit die frühzeitige Einbeziehung der Gesellschaft in die Technologieentwicklung.

Für die Realisierung dieser Ziele werden in unterschiedlichen Handlungsfeldern bereits bestehende Initiativen gestärkt und fortgeführt, laufende Aktivitäten harmonisiert und aufeinander abgestimmt sowie die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten strukturiert und intensiviert.

Handlungsfelder

1.    Forschung und Innovation stärken und Lösungen entwickeln

Schwerpunkte der aktuellen Forschung in Deutschland bestehen in der Identifikation von Eintragsschwerpunkten sowie in der Untersuchung von Vorkommen, Verhalten und Auswirkungen von (Mikro-)Plastik in der Umwelt. Es wurden bereits wichtige Fortschritte bei analytischen Verfahren zur Untersuchung von Mikroplastik erzielt. Weiterer Forschungsbedarf ist jedoch gegeben, um eine Normierung der Messmethoden zu erreichen und so die Grundlage für die standardisierte Erfassung von Kunststoffen in verschiedenen Umweltmedien zu schaffen. Die Zusammenführung der erhobenen Daten sowie ein institutionalisierter (internationaler) Datenaustausch sind dabei von zentraler Bedeutung. 

Wir wollen die Entwicklung und die Anwendung von Technologien, Verfahren und Lösungsansätzen zur Reduktion von Plastikeinträgen in die Umwelt für alle Bereiche des Plastikkreislaufs voranbringen. Dies umfasst u.a. die Verbesserung von Kunststoffmaterialien im Hinblick auf ihre Umweltverträglichkeit, den Einfluss des Konsum- und Verbraucherverhaltens, die Verantwortung der Industrie, die Weiterentwicklung zu einer Kreislaufwirtschaft, impliziert Maßnahmen zur Reduzierung und Entfernung von (Mikro)Plastik bis hin zur ausführlichen Analyse der Abbaubarkeit von Kunststoffen in der Umwelt.

2.    Fortschritte und neue Technologien erfolgreich am Markt umsetzen

Wir werden Strukturen und Prozesse stärken, um eine schnelle und erfolgreiche Umsetzung der Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu fördern. Durch zielgruppenspezifische Veranstaltungen für den Ergebnistransfer, unter Einbeziehung der relevanten Akteure und ergänzt durch umfangreiche digitale Angebote, wollen wir sicherstellen, dass die Erkenntnisse allen zugänglich gemacht werden und dadurch eine größtmögliche Verbreitung erreichen. Mit Demoprojekten, Reallaboren, Testphasen sowie der Schaffung von Referenzstandorten oder Modellregionen mit beispielhaften und übertragbaren Konzepten, wollen wir die Anwendbarkeit der entwickelten Technologien und Maßnahmen demonstrieren und diese auch für ihren Einsatz in der Praxis optimieren. Damit sie sich dort auch wirklich durchsetzen können, müssen wir allerdings die notwendigen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schaffen. Hierbei wird ein abgestimmtes Vorgehen angestrebt, um gemeinsam wirkungsvolle Mechanismen zu erarbeiten und damit positive Anreize zu setzen. Diese sollten auch den internationalen Export der entwickelten Technologien einbeziehen.

3.    Zur besseren Koordinierung, Akteure frühzeitig einbinden

Wir streben an, bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Maßnahmen und Programme für eine verbesserte Kreislaufwirtschaft im Bereich Kunststoffe die Akteure der beteiligten Branchen in den Wertschöpfungsketten aktiv einzubinden (u.a. Kunststoffherstellung, -verarbeitung und -recycling, Abfallsammlung und -sortierung, Handel, Aufsichts- und Genehmigungsbehörden). Hierzu werden sowohl Unternehmen als auch Behörden und die Konsumenten, als zentrale Anwender der Innovationen, von Beginn an in die Erarbeitung von Förderrichtlinien und Anreizsystemen eingebunden. Auch sollen die Erfahrungen weiterer, spezifischer Akteure je nach Thema einfließen wie beispielsweise Kommunen, Landwirtschaft, Industrieverbände und Bildungseinrichtungen. Mit einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft im Rahmen bestehender gesetzlicher Regelungen und Vorgaben kann nicht nur die geordnete Erfassung und effiziente Verarbeitung von Kunststoffabfällen sichergestellt, sondern auch eine Verbesserung des Recyclings und mehr Recyclingprodukte in Anwendungen erreicht werden. Dadurch kann primär hergestelltes Plastik substituiert werden.

4.    Forschungsergebnisse in Regelungen und Maßnahmen übersetzen

Mit der Überführung der Forschungsergebnisse in Regelwerke und Standards sowie Empfehlungen für Grenz- oder Richtwerte werden Grundlagen geschaffen für die Erarbeitung gesetzlicher Regelungen und Rahmenbedingungen zur Vermeidung oder Reduzierung des Eintrags von Plastik in die Umwelt. Hierbei ist vor allem dem Vorsorgeprinzip Rechnung zu tragen, aus dem sich die Notwendigkeit zur Minimierung der Plastikeinträge noch vor genauen Forschungserkennt-nissen ergibt, insbesondere einer Reduktion an der Quelle, ebenso wie ein Substituierungsgebot für bestimmte Materialien oder Anwendungen bei entsprechend vorhandenen Alternativen. Dabei wollen wir aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse bei der Entwicklung von Maßnahmen noch stärker als bisher berücksichtigen, insbesondere auch solche aus der sozialökologischen Forschung zum nachhaltigen Umgang mit Plastik und diese beständig an die erzielten Fortschritte anpassen. Damit lassen sich nicht nur mögliche Belastungen und Gefährdungen durch Kunststoffemissionen unterschiedlicher Größenordnungen erkennen und effektiv verringern, sondern es kann auch eine künftige Kontrolle der reduzierten Einträge und der Wirksamkeit von Maßnahmen erfolgen.

5.    Bevölkerung informieren und aufklären

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Plastik kann nur dann erreicht werden, wenn wir die Bevölkerung nicht nur umfassend informieren, sondern sie auch an der Lösungsfindung beteiligen. Unter Nutzung von Instrumenten zur allgemeinverständlichen Vermittlung der Problematik, durch partizipative Prozesse und im Rahmen von Reallaboren wollen wir eine offene Kommunikation etablieren und so die Perspektiven aus der Gesellschaft einbeziehen. Dies ist entscheidend bei der Entwicklung von Konzepten, die vom Großteil der Bevölkerung akzeptiert und mitgetragen werden sollen und folgt dabei u.a. den Erkenntnissen, dass sich Anreiz- und Belohnungssysteme (z.B. Pfandsysteme) bisher als erfolgreicher erwiesen haben als Sanktionssysteme. Um die Herausforderungen bei der Verwendung von Plastik – z.B. wenn langlebige Kunststoffe für kurzzeitige Nutzungen verwendet werden – zielgerichtet zu adressieren und so eine Verringerung des Aufkommens von Plastikmüll zu erreichen, werden wir die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung steigern

Zusammenarbeit

In einem Ressortkreis zur Mission arbeitet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eng mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammen.

Bestehende Initiativen auf EU- und internationaler Ebene wie u.a. die Joint Programming Initiative (JPI) Oceans, die Plastics Strategy der EU, der G20 Action Plan on Marine Litter oder der PREVENT Abfall-Allianz sowie die Alliance to End Plastic Waste (AEPW) sollen unterstützt und sofern möglich zielgerichtet eingebunden werden. Innerhalb Deutschlands sind Städte und Gemeinden sowie NGOs und die Wirtschaft zu beteiligen, indem ihre Mitwirkung in Arbeitskreisen und Projektinitiativen gefördert wird.

Weitere Akteure aus verschiedenen Bereichen können sich der Mission anschließen und an der Ausgestaltung und Umsetzung mitwirken.

Beiträge der Partner

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird seine Förderung von Forschung und Innovation zum Themenkomplex Kunststoffe und Umwelt fortsetzen und weiter ausbauen. Ausgehend von den Erkenntnissen des laufenden Forschungsschwerpunkts „Plastik in der Umwelt – Quellen • Senken • Lösungsansätze“ (Laufzeit 2017-2021, 20 Verbundprojekte, Fördervolumen 40 Mio. Euro), der JPI Oceans Joint Actions „Ecological aspects of marine microplastics“ (2016-2019, 6 Verbundprojekte, 7,7 Mio. Euro Fördervolumen) und „Sources, distribution & impact of microplastics in the marine environment” (2020-2023, 6 Projekte, 10,5 Mio. Euro Fördervolumen), der Citizen Science-Aktion „Plastikpiraten“ für Schulklassen und Jugendliche (2016-2021) und der Nachwuchsgruppe PlastX in der sozial-ökologische Forschung (2016-2021) werden weitere Förderinitiativen aufgelegt. Diese fokussieren u.a. auf Kunststoffe als einen prioritären Stoffstrom für die Kreislaufwirtschaft (Bekanntmachung Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Kunststoff-recyclingtechnologien (KuRT), 2020-2025), auf die Entwicklung von biobasierten Kunststoffen als Bestandteil der Bioökonomiestrategie und zur biologischen Abbaubarkeit von Kunststoffen sowie auf weitere noch offene Fragestellungen im Bereich Plastik in der Umwelt.  

Mit dem Verpackungsgesetz (01.01.2019) und der Umsetzung des EU-Aktionsplans zur Kreislaufwirtschaft (11.03.2020) werden eine Erhöhung der Recycling-Quoten von Verpackungsmaterialien und eine Reduktion des anfallenden Verpackungsmülls angestrebt. Hierzu wird auch Forschung und Innovation beitragen wie u.a. Ressortforschungsvorhaben zur Recyclingfähigkeit von Kunststoffen sowie der Stärkung von Rezyklateinsatz. Bestehende Initiativen wie der Runde Tisch Meeresmüll (Federführung BMU (gemeinsam mit UBA und dem Land NI); seit März 2016), der G7 Action Plan to combat Marine Litter (2015), der G20 Action Plan on Marine Litter (2017) und die Vernetzung der Umweltbehörden aus der EU zum Thema Kunststoffe in der Interest Group Plastics des EPA-Netzwerkes werden fortgeführt.

Im Rahmen des BMU-Förderprogramms gegen Meeresmüll mit einer Fördersumme i.H.v. 15 Mio €/p.a. werden quellenbezogene Maßnahmen, Projekte und Investitionen in den Bereichen Abfallvermeidung sowie Abfallmanagement zur Verringerung von vorrangig landseitigem Eintrag von Meeresmüll (insbesondere Kunststoffe) gefördert. Im Zusammenhang damit umfasst dies auch Wissenstransfer, Kapazitätsaufbau und Kampagnen, die der Bildung eines institutionellen und öffentlichen Rahmens in den Zielregionen dienen. Zielregionen sind die Einzugsgebiete von Flüssen und Küstenregionen, die für den weltweit größten Teil des Eintrags von Meeresmüll (insbesondere Kunststoffe) verantwortlich sind. Aktuelle Projekte werden u.a. in Südostasien, Lateinamerika, der Karibik sowie in Nordafrika durchgeführt.

Vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) werden mit den bestehenden Programmen für Forschung und Innovation im Bereich der Lebensmittelherstellung und der Entwicklung von nachhaltigen Verpackungen (2016-2021, 4 Projekte, 3,4 Mio. EUR) sowie über das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe (FPNR) mit Schwerpunkten auf biobasierten Kunststoffen (laufend) weitere Bekanntmachungen vorbereitet. Aktuelles Beispiel ist die im Rahmen des Innovationsprogramms veröffentlichte Bekanntmachung über die Förderung von Innovationen zur Reduzierung von Kunststoffverpackungen entlang der Lebensmittelkette (2022 bis 2025, ca. 10 Mio. Euro geplant). Auch die Initiativen der Ressortforschung des Thünen‐Instituts zum Thema Kunststoffverpackungen und deren Verbleib als Makro‐ und Mikroplastik in der Umwelt werden weiterverfolgt.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) setzt sich mit der PREVENT Abfall Allianz (seit 09.05.2019, mittlerweile 200 Mitgliedsorganisationen) für den Austausch und die Kooperation zwischen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und öffentlichen Institutionen für Vermeidung, Sammlung, Recycling und den Einsatz von Sekundärrohstoffen in Entwicklungs- und Schwellenländern ein. Im Fokus stehen dabei, neben Elektro- und Elektronikaltgeräten und Rahmenbedingungen für eine Kreislaufwirtschaft, Kunststoffabfälle aus Verpackungen und Einwegprodukten. Beispielsweise fokussieren 3 von 8 Pilotprojekten auf das verbesserte Management und die Inwertsetzung von Kunststoffabfällen.

Das BMZ fördert derzeit Maßnahmen zu Abfall- und Kreislaufwirtschaft in über 20 Ländern in Nahost und Nordafrika (z.B. Ägypten, Jordanien, Tunesien), Subsahara-Afrika (z.B. Ghana), Südost- und Osteuropa (z.B. Albanien, Serbien), Asien (z.B. Indonesien, Vietnam) und Lateinamerika (z.B. KolumbienIm Rahmen des 10-Punkte-Aktionsplans Meeresschutz und Nachhaltige Fischerei (2016) hat das BMZ sein Engagement zur Meeresmüllvermeidung in den letzten Jahren ausgebaut. Es fördert unter anderem die bilaterale und regionale Zusammenarbeit dazu in Südostasien, der Karibik, Nordafrika und Südosteuropa.

Alle in der Mission genannten Maßnahmen auf Bundesebene liegen in der Verantwortung der jeweils zuständigen Ressorts und werden von diesen im Rahmen der geltenden Haushalts- und Finanzplanungsansätze (einschl. Planstellen/Stellen) finanziert. Mehrbedarfe an Sachmitteln und Personal werden im jeweiligen Einzelplan gegenfinanziert.